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Zeal & Ardor - Live In London

Live In London
  • VÖ: 22.03.2019
  • Label: MVKA/Radcalis/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 313

Nach zwei regulären Alben gibt es jetzt schon ein Live-Dokument: Zeal & Ardor zeigen auf der Bühne in London, zu was sie fähig sind, und liefern ein ausladendes Set mit vier neuen Songs ab.

Zeal & Ardor, das eigentümliche Musikprojekt um Mastermind und Vieleskönner Manuel Gagneux, hat sich in den vergangenen drei Jahren als viel gehyptes und gerühmtes Phänomen entwickelt. Eines, bei dem man neugierig ist, wie es wohl live funktioniert, wenn die Songs schon alle von Gagneux in Personalunion (und mithilfe eines Schlagzeugers) am Rechner und im Studio zusammengebastelt werden. Längst hat er sich der Nachfrage gebeugt und eine Band zusammengestellt, die die so breit wie irrwitzig arrangierten Kompositionen aus Black Metal, Gospel, Soul, Blues und ein wenig Elektronik auf der Bühne umsetzen soll. Gagneux zur Seite stehen dabei Gitarrist Tiziano Volante, Bassistin Mia Rafaela Dieu, Schlagzeuger Marco von Allmen und die beiden zusätzlichen Sänger Mark Obrist und Denis Wagner. Letztere flankieren Gagneux auf beiden Seiten, damit sie gemeinschaftlich ihre Call-&-Response-Passagen ausbreiten können. Dadurch bekommt das satanistische Genre-Potpourri eine ganze neue, erweiterte Dimension. Von der kann man sich jetzt auch auf Konserve überzeugen, aufgenommen Anfang Dezember vergangenen Jahres bei einer Headliner-Show im Electric Ballroom in London. Ganze 22 Songs hat die Zeal-&-Ardor-Band im Repertoire, sechs davon vom regulären Debüt "Devil Is Fine" (2016), zwölf vom Nachfolger "Stranger Fruit" (2018) und vier bisher unveröffentlichte: "We Never Fall", "Hold Your Head Low", "Cut Me" und "Baphomet". Letzterer beschließt den Zugabenblock und unterstreicht ein weiteres Mal, dass Zeal & Ardor über genügend Potential verfügen, um in Zukunft weitere Alben mit ebenso irren wie eigensinnigen Stilmixen zu füllen. "Live In London" wurde – wie "Stranger Fruit" – von Converge-Gitarrist Kurt Ballou gemixt, während der renommierte Alan Douches (High On Fire, Earthless, Dälek) das Mastering übernahm, „was aus diesen 80 Minuten eine komplette Einheit formte“, wie Gagneux kommentiert, der sich ansonsten kaum zu Ansagen hinreißen lässt, außer der, dass es kaum Ansagen geben wird, und dass es toll ist, wie euphorisch das Publikum an einem Sonntagabend agiere. Das Konzerterlebnis ist natürlich digital zu haben, interessanter dürfte aber die Doppel-LP sein, deren 180 Gramm schweres Vinyl passend zur Verpackung Weiß ist. Und während wir noch auf die Platte warten, sind Zeal & Ardor noch bis Mitte April auf Nordamerika-Tour im traumhaften Paket mit Baroness und Deafheaven.

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