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0 Autor: Birgit Reuther

Catfish And The Bottlemen - The Balance

The Balance

Hurra, Britpop lebt. Catfish And The Bottlemen euphorisieren auf ihrem dritten Album "The Balance" mit schnörkellosem, keineswegs ödem Gitarrensound. Musik, um bierselig tanzend die Faust zu recken, ohne das Leben ansonsten komplett zu verbocken.

Denn der Titel der Platte wird vor allem in den Texten eingelöst. Es geht um Nähe und Distanz in der Liebe. Um diese magische Verbindung – und die notwendige Disziplin, sie zu erhalten. Um Streit, Stolz und die vermaledeite Suche nach Selbstbestätigung. Durchaus klug, was Van McCann da von sich gibt. Ein weniger wütender, vielmehr zweifelnder weißer Mann. Mit einer Stimme, die hübsch vom Lakonischen ins Schwelgerische wechselt. In der dritten Single, dem stadionkompatiblen "2All", singt er davon, sich in universeller Zuneigung allen Menschen gegenüber zu verschwenden. Das passt. Die Band macht Musik für die Massen. Im besten Sinne. Die Gitarren drücken sehnsuchtsvoll, Bass und Schlagzeug schieben die Songs satt an. Die Brüche sind gut gesetzt. Und die Refrains sind reich an mitsingbaren Zeilen. Sodass sie vorm geistigen Auge bereits auftauchen, die Indierock-Kids und -Oldies, die sich schwitzend in Clubs und auf Festivals in den Armen liegen. Wer bei einem treibenden Stück wie "Encore" selig an Oasis denkt – warum nicht? Die vier Waliser sind eine Kollektivenergie, allerdings ohne Proletentum. Der Erfolg des Vorgängers "The Ride" hat jedenfalls nicht zur Verkrampfung geführt. Ein Song wie "Basically" mit seinen verzerrten Gitarrenläufen wirkt befreit. Und mit "Overlap" befindet sich der akzentuierteste Song ganz am Ende. Ein schönes Spiel aus Tempowechseln, Rückzug und Explosion. Eine gute Balance eben.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 7.0/12

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