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0 Autor: Jakob Uhlig

Tusky - Love, Love, Love (EP)

Love, Love, Love (EP)

Dass Tusky aus ehemaligen John-Coffey-Mitgliedern und -Mitwirkenden bestehen, merkt man "Love Love Love" an. Das Quartett nutzt diese EP, um sich auf einem wilden experimentellen Spielplatz zwischen Hardcore und Pop-Punk auszutoben.

Dabei versuchen Tusky zunächst, ihrem anzunehmenden Hörerstamm aus John-Coffey-Fans nicht allzu viel zuzumuten. Der Opener "Jawbreaker" steht ganz in der Tradition der niederländischen Hardcore-Punk-Heroen. Besonders das gnadenlos rotzige, aber gleichzeitig komplex geführte Gitarrenspiel von Alfred van Luttikhuizen ist nach wie vor unverkennbar. Hätte die Band auf der gesamten Platte so weitergemacht, hätte es ihr wohl niemand übelgenommen. Letztendlich wird "Love Love Love" aber erst besonders, weil Tusky sich nicht auf diesem ungestümen Klangbett ausruhen und so für denkwürdige Highlights sorgen. Dazu zählen besonders das unheimlich coole Saxofon-Solo in "Goosey Goosey Gander" oder die orientalischen Sitar-Klänge in "Faint Of Heart", deren Melodie das Quartett als Song-Intro etabliert und dann im Refrain geschickt motivisch aufgreift. Dagegen fällt lediglich der kitschige Titeltrack etwas ab, der abseits seiner dezent wütenden Strophen eigentlich alle Pop-Punk-Klischees erfüllt und mit seiner schmalzigen Blink-182-Hook im Kontext der EP wie ein Witz ohne Pointe wirkt. Das fällt aber kaum ins Gewicht, weil "Love Love Love" mit seiner gelungenen kreativen Vielfalt überzeugt und sowohl hungernde John-Coffey-Fans als auch eine neue Hörerschaft befriedigen dürfte. Wenn dieses Konzept auf dem nächsten Album der Band erneut aufgeht, dürfte die Zukunft von Tusky äußerst rosig aussehen.

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