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0 Autor: Gerrit Köppl

Nyos - Now

Now

Es kommt alles auf den Kontext an – gerade bei Nyos. Das finnische Mathrock-Duo schafft mit minimalen Veränderungen innerhalb eines Songs ganz neue Klanggefüge.

Es ist bereits das vierte Album von Schlagzeuger Tuomas Kainulainen und Gitarrist Tom Brooke. Man hört auf "Now", wie perfekt die beiden im Einklang spielen, etwa im zweiten Stück "High Five", das mit einer pumpenden Gitarren-Synthie-Linie beginnt und zu der Kainulainen präzise einen harten Beat spielt. Brooke schichtet nach und nach Loops mit Leitmelodien und verschiedenen Noise-artigen Gitarreneffekten übereinander und baut eine interessante Klangkulisse auf. Und sobald die steht, startet die stetige Transformation. Kainulainen variiert plötzlich den Rhythmus, setzt gänzlich andere Akzente, während die Melodie erst einmal gleichbleibt, und wiederholt den Beat oft genug, dass sich die Veränderungen bemerkbar machen, festsetzen und voll entfalten können, bevor es zum nächsten Abschnitt geht. So wird man zu Beginn des Albums vorsichtig an die Formel herangeführt. Hat man die begriffen, kommen anschließend Stücke wie "Zebracazebra", das auf das gleiche Prinzip baut, nur viel schneller, lebhafter und mit noch größerem Wandel. Die einzige Konstante ist eine simple, geloopte Gitarrenmelodie. Dahinter präparieren und lösen Nyos einen musikalischen Zauberwürfel: Mit jedem Takt drehen sie an einer Seite, wodurch sich eine neue Farbkombination ergibt, bis das Ding zurück in seinem geordneten Anfangszustand ist. Minimal-Komponisten wie Steve Reich und Philip Glass haben den Grundstein für diese Idee gelegt, Nyos gehen sie nur viel unkomplizierter an. Gute Einstiegsdroge für Mathrock mit vielen Perspektiven.

Bewertung: 9/12

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