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0 Autor: Frederik Tebbe

Rogers - Mittelfinger für immer

Mittelfinger für immer

Rogers sind zuverlässig: Im Zweijahrestakt veröffentlicht die Düsseldorfer Punkband neue Alben. Mittelfinger für immer ist ihr viertes – und liefert ausgewogenes Fast-Food für Punks mit Altbierfahne.

Rogers machen auf ihrem neuen Album nicht sonderlich viel anders als auf ihren bisherigen: Noch immer spielen die Düsseldorfer kumpeligen Deutschpunk rheinischer Schule. Der ist mal äußerst prollig ("Geh mir nicht mehr auf die Eier"), mal politisch bissig ("Zu spät", "Hartes Leben"), doch meistens hat die Band nicht viel Neues zu erzählen. Rogers besingen Zwischenmenschliches wie etwa den Kontrollverlust bei einem zu vollen Terminkalender, die Sehnsucht nach den Freunden im Tourbus oder blicken auf verflossene Liebschaften zurück. Musikalisch ist das alles absolut solide – fett produzierter Deutschpunkbombast mit viel „Woho“ und gereckter Faust. Mit "Mittelfinger für immer", dem Titeltrack, hat die Band jedoch einen durchaus starken Sommerhit mit Scheiß-drauf-Attitüde geschrieben, für dessen Intro-Gitarrenriff so manche Punkband töten würde. "Zu spät", ein kritischer Song über den an allen Fronten desolaten Zustand des Planeten Erde, überrascht mit Gastgesang von Ingo Donot. Generell sind Rogers immer dann am besten, wenn sie nicht so sehr nach ihren unverkennbaren Vorbilder klingen, mit denen sie sich die Heimatstadt teilen – diese Emanzipation gelingt ihnen aber nur selten auf dem Album. Das Gros der Platte besteht aus generischen Punksongs, die sich mal mehr und mal weniger eloquent an Alltagsthemen abarbeiten. Wer Massendefekt, die Broilers oder Toten Hosen mag, hat hier 13 neue Songs zum Zeitvertreib bis die nächste Düsseldorfer Band ein Album veröffentlicht.

Bewertung: 5/12

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