Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Vivien Stellmach

Swmrs - Berkeley's On Fire

Berkeley's On Fire

Billie Joe Armstrongs ältester Sohn macht seinem Vater mit Swmrs alle Ehre: Die junge Band veröffentlicht ein politisches, experimentelles, gutes Rockalbum.

Hinter "Berkeley’s On Fire" steckt ein realer sozialpolitischer Bezug. Die Band um Schlagzeuger Joey Armstrong erlebte 2017 in Berkeley mit, wie Trump-Gegner und -Befürworter nach der Absage einer Rede des rechtspopulistischen Bloggers Milo Yiannopoulos aneinandergerieten und ihre Heimatstadt nach den folgenden weiteren Unruhen in einen medialen Wahn verfiel. Das Schöne an Punk ist, dass die Menschen dahinter anders denken als die breite Masse. Swmrs sind jung und klug, der Opener und Titelsong ihres zweiten Albums ist nicht nur inhaltlich ein Volltreffer („Your TV lies/ We’ll be alright/ Berkeley’s on fire“), er holt einen mit unruhigen Post-Punk-Beats und eindringlichem Gesang auch musikalisch ab. "Too Much Coffee" flirtet mit leichtfüßigem Pop-Rock, inhaltlich ficht Gitarrist und Sänger Max Becker darin seinen persönlichen Kampf mit Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen aus. In "Trashbag Baby" singt er mit seinem Bruder und Co-Frontmann Cole Becker zusammen, mit funkigen Bassläufen und Mitsing-Hooks lädt der Power-Pop-Song zum Tanzen ein. Im Vergleich zum Debüt "Drive North" von 2016 haben Swmrs ihren Punkrock um elektronische Beats erweitert. Mitverantwortlich für den Sound war auch Produzent Rich Costey, der sonst für Muse und Death Cab For Cutie arbeitet. So spielt etwa "April In Houston" zusätzlich mit Sprachsamples, während Cole Becker von der lähmenden Orientierungslosigkeit seiner Generation singt: „Yeah what’s the problem if I’ve got a little hesitation/ Is it wrong to be afraid of growing up?“.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.