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0 Autor: Vivien Stellmach

Circa Waves - What's It Like Over There?

What's It Like Over There?
  • VÖ: 05.04.2019
  • Label: Prolifica/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 313

Wie ist es da drüben, an der Genregrenze zum Progressive Rock? Circa Waves vollziehen mit ihrem dritten Album einen Stilbruch.

Als die Band aus Liverpool "What’s It Like Over There" ankündigte, stellte sie gleich die gewagte These in den Raum, ihre Fans würden „von der Hälfte der neuen Songs angewidert“ sein. Inspiration hätten sie unter anderem bei den Disco-Punks LCD Soundsystem und Rapper Drake gefunden, um dem leichtfüßigen Indierock ihres Debüts "Young Chasers" (2015) und dem düsteren Sound des Nachfolgers "Different Creatures" (2017) einen neuen Anstrich zu verpassen. Das dritte Album lässt sich nun von zwei Seiten betrachten: Es gibt zum einen Songs wie "Sorry I’m Yours", mit denen Circa Waves am kühlen Sex-Appeal der Arctic Monkeys kratzen und verführerisch discoid klingen. Und es gibt Gute-Laune-Pop-Tracks wie "Movies", bei denen das Prinzip „Hauptsache tanzbar, geschliffen und zum Mitsingen“ immer noch funktioniert. Weil die in der Unterzahl sind und im direkten Vergleich gänzlich uninteressant klingen, konzentrieren wir uns auf die starken Stücke. "Be Somebody Good" etwa ist so eins: Ein gedrosselter Beat und flirrende Gitarren bahnen sich ihren Weg in einen progressiven Refrain, der Circa Waves neue Stärken sichtbar macht: Die Band klingt lässig, kreativ und energisch. "Times Won’t Change Me" ist ein schöner Klavier-Stampfer, "Motorcade" spielt mit elektronischen Einflüssen und "Me, Myself And Hollywood" badet in melancholischem Indierock. Zu fast allen Songs kann man von moderner Langeweile und den Höhen und Tiefen in Beziehungen träumen, oder aber unbefangen durch den nächsten Club hüpfen. Ein gelungener Soundwandel.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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