Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Nils Heutehaus

Dave Grohl - Play (EP)

Play (EP)

Dave Grohls persönliches Projekt über Inspiration entpuppt sich als langweiliger Ego-Trip.

Dabei ist die Idee gut: eine 23-minütige Eigenkomposition, ausschließlich von Grohl geschrieben und in One-Takes eingespielt, das Ganze filmisch dokumentiert. In der Doku interviewt der Foo-Fighters-Frontmann zunächst junge Musiker und beschwört dabei das Genie, das in jedem schlummert und dessen einzige Hindernisse zu wenig Zeit und Motivation sind. Grohl bastelt so an seinem Selbstbild als Vorzeigemusiker und versucht es dann vor laufender Kamera auszufüllen. Selbstverständlich nicht für die Anerkennung, nein, nur für die Musik. Das Ergebnis ist bis zur letzten Spur und in zig Perspektiven auf Grohls Webseite zu sehen. „Manchmal war ich 20 Minuten an einem Take, bevor ich aufgehört habe, weil ich wusste, das kann ich besser“, erzählt er euphorisch aus dem Off – Bescheidenheit der Marke Grohl. Die Überblendung seiner acht Musikerichs, die sich gemeinsam das Studio teilen, ist da je nach Blickwinkel entweder Highlight oder Alarmsignal. Und wie klingt "Play"? Am Ende doch nur wie die Foo Fighters. Was nicht böse gemeint ist. Grohl ist ein toller Musiker, das Stück hat starke Melodien und Riffs. Aber es enthüllt auch gnadenlos seine Eindimensionalität. Die leichte Dad-Rock-Note, die vor allem viele jüngere Alben seiner Hauptband bestimmt, klingt in jeder frickeligen Passage mit. Da hat er schon ein ganzes Studio für sich und macht doch nur Grohl. So wird "Play" nicht zu einer Meditation über Musik oder zu einer inspirierenden Reise, sondern bloß zum Porträt eines Künstlers, der eigentlich schon oft genug porträtiert wurde. Im September dann auch auf Vinyl.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.