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0 Autor: Vivien Stellmach

Alien Boy - Sleeping Lessons

Sleeping Lessons

Sehnsüchtige Liebeslieder können weh tun. Erst recht, wenn sie so schön schrullig verpackt sind wie bei Alien Boy und "Somewhere Without Me" und "Depression" heißen.

Alien Boy kommen aus Portland, Oregon und machen seit 2015 zusammen Musik zwischen Post-Punk und Shoegaze. In ihrem ersten Jahr veröffentlichte die Band ihre Debüt-EP "Never Getting Over It". Der Titel lässt erahnen, wie die acht Songs darauf klingen: schwerfällig, emotional gleichgültig, depressiv. Alien Boy erinnerten dabei an Kamikaze Girls und Nirvana. Ihr erstes Album "Sleeping Lessons" macht an dieser Stelle weiter: Die schrulligen Gitarren in "If We Don’t Speak" lassen an Beach Slang denken, in "Only Posers Fall In Love" schwingt eine schwüle Post-Punk-Atmosphäre mit und "Just Kids" gönnt sich einen verspielten Shoegaze-Vibe. Alleinstellungsmerkmal aller Songs ist neben der meist scheppernden Instrumentierung der lethargische Gesang von Sonia Weber. Ihre Stimme klingt rau und verletzlich, die Songtexte über eine nicht (mehr) funktionierende Beziehung nihilistisch und trübselig. In "I Just Can’t Feel It" heißt es etwa: „I just don’t feel it when I’m on the outside looking in at them/ And I don’t know why I can’t feel it when I’m on the outside looking in at them without you“. Die demütige Schwere und Langsamkeit ziehen einen auf Dauer ganz schön runter: Selbst wenn in "On The Ride Back Home (You Know What I Dream Of )" ein Funken Hoffnung aufschimmert, ersticken Alien Boy ihn gleich darauf wieder im Keim: „I’m not waiting anymore/ For something to look better in the light/ The dark came and went/ The sun is out again/ But I can’t see you in this light, you’re my whole life“.

Bewertung: 7/12

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