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0 Autor: Martin Burger

The Lemonheads - Varshons II

Varshons II

Das ist ja alles schön und gut mit den (LP-)Reissues der Klassiker und den alten Demos und dem mittlerweile zweiten Coveralbum, Herr Dando – aber ein neues reguläres tut langsam Not.

Das bislang letzte, "The Lemonheads", ist auch schon wieder zwölf Jahre alt. Damals frohlockten die Medien im Reigen um das verwitterte Grungepop-Totem Lemonheads beim Gedanken an ein Comeback auf Dauer, doch Evan Dando macht – ja, was macht er eigentlich, außer ewig und drei Tage an seinem ersten Coveralbum zu feilen und die Vergangenheit aufzubereiten? Für Teil zwei der Varshons ist es fast schon egal, wen er covert: Dando klingt wie Dando, ob das Original nun von den Eagles stammt oder von Nick Cave, so wie Cave nach Cave klingt, wenn er in seinem Bariton fremde Zeilen brummt. Da läuft die Auswahl Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten, so liebevoll und kennerhaft sie auch kompiliert sein mag, und der Gestus und der musikalische Charakter des Interpreten übernimmt. Die Stimme älter, gesetzter vielleicht, aber auch variabler als noch in den alten Coversongs "Luka" und "Mrs. Robinson", mit denen die Lemonheads in den 90ern erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Leider, sollte man meinen, weil "Varshons II" wie sein erstgeborener Zwilling stellenweise durch eine gesunde Verehrung von bisher unbesungenen Helden wie John Prine oder The Bevis Frond besticht. Künstler, die trotz ihrer unbestreitbaren Qualitäten in der zweiten Reihe verharren, sodass man Unkundigen glatt weismachen könnte, Dando habe sich nochmal zu einem Album mit eigenen Songs hinreißen lassen. Bedauerlicherweise nicht, denn Varshons II strahlt zwar Lust an Musik mit jedem Akkord aus – bloß nicht an der eigenen.

Leserbewertung: 7.0/12

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