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0 Autor: Matthias Möde

Pijn - Loss

Loss

Pijn lassen ihre Fans indirekt an ihrem Debütalbum "Loss" mitarbeiten und vertonen darauf das Beste aus knapp zwei Jahrzehnten Post-Rock und -Metal.

Und das ist auch schon alles, was man der fünfköpfigen Band aus Manchester vorwerfen kann: Sie bedient sich in den acht Songs und rund 66 Minuten vor allem am epischen Godspeed-Constellation-Streicher-Post-Rock und am riffenden Post-Metal, wie ihn etwa Amenra spielen. Trotz der auf der Hand liegenden Vergleiche schaffen Pijn es natürlich, eigene Melodien und Strukturen zu kreieren, und klingen innerhalb des Post-Rock-Kosmos dabei abwechslungsreich. Das gelungene "Unspoken" nimmt mit rund 18 Minuten eine ganze Vinyl-Seite ein und erinnert mit seinem epischen Auf und Ab, den Streichern, gesprochenen Samples und schwelenden Soundwänden schwer an Godspeed, überrascht in der Mitte aber mit grantigen Growls – einer der wenigen Stimmeinsätze auf "Loss". Der einzige klare Gesang findet sich im dreiminütigen "Detach", das mit Klavier und Ambient-Sounds nach Ef klingt – und in die Russian-Circles-Riffs von "Distress" übergeht. Besonders im bewegenden "Squalor" hört man, dass sich "Loss" mit Trauer beschäftigt, der Song muss sich selbst kleinste Anhöhen hinauf schleppen und droht zwischendurch zu verblassen. Inspirieren ließen sich Pijn dazu auch von ihren Fans, die Trauererfahrungen mit der Band teilten – Geschichten, Gedichte, Songs und Fotos, die nun teilweise im Artwork zu sehen sind. Den von Klezmer beeinflussten, so zupackenden wie überzeugenden Opener "Denial" schrieben und nahmen Pijn als letzten Song auf. Ein Indiz dafür, dass die Band noch mehr aus sich herausholen kann, auch wenn "Loss" bereits einiges zu bieten hat.

Bewertung: 8/12

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