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0 Autor: Stefan Reuter

All That Remains - Victim Of The New Disease

Victim Of The New Disease

Es gibt gute Gründe, über das neunte Album von All That Remains zu sprechen. Der nichtigste von ihnen ist die partielle Rückkehr zur Härte

"Victim Of The New Disease" bedeutet einen schweren Einschnitt in der Geschichte der Band aus Springfield, Massachusetts, die sich Mitte der 2000er sehr weit oben im hart umkämpften Metalcore positionieren konnte. Kurz vor der Veröffentlichung verstirbt Gitarrist und Gründungsmitglied Oli Herbert auf tragische Weise in seinem Zuhause. Sein letztes musikalisches Lebenszeichen ist die beste Platte, die All That Remains seit "The Fall Of Ideals" von 2006 aufgenommen haben. Zwar knüppelt sie nicht so erfrischend geradeaus, wie das vorab ausgekoppelte "Fuck Love" hoffen ließ, ganz so käsig wie auf dem Vorgänger "Madness" wird es aber auch nicht – nicht zuletzt dank Herbert. In "Wasteland" etwa fängt er den Stadion-Refrain mit bulligem Groove und Geschredder in den Strophen wieder auf. Dass jüngere Bands inzwischen links an ihnen vorbeigezogen sind, stört All That Remains nicht, sie vertreten die konservativste Einstellung, die im Metalcore möglich ist. Würde die sich auf die Musik beschränken, hätten sie nicht ihr größtes Problem: Sänger Phil Labonte. Dessen Verständnis von Meinungsfreiheit führt dazu, dass er seine diversen homophoben Ausfälle zu verteidigen versucht, indem er erklärt, wer sich wovon beleidigt fühlen dürfe. Und geht soweit, dass er sich auf dem Online-Kanal des rechten US-Verschwörungstheoretikers Alex Jones in bester Laune mit Milo Yiannopoulos, einer Schlüsselfigur der Alt-Right, über die Leistungen der NRA unterhalten kann. "Victim Of The New Disease" hinterlässt also insgesamt eines: gemischte Gefühle.

Bewertung: 6/12

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