Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Nina Töllner

Art Brut - Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!

Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!

„Kannst du bitte die Luft aus dem Glas lassen?“, fragt Eddie Argos. Der Art-Brut-Frontmann textet heutzutage auch auf Deutsch.

Sonst hat sich wenig verändert. Wer es noch nicht wusste: Art Brut sind seit ihrem Album "Brilliant! Tragic!" (2011) infolge des Umzugs von Argos zu einer Berliner Band geworden. Selbstverständlich hat das Spuren auf "Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!" hinterlassen. In seinem Markenzeichen-Sprechgesang und unter Einflechtung liebgewonnener deutscher Vokabeln erzählt Argos vom Schwarzfahren oder gibt seine morgendlichen Impressionen von der Feiermeile Warschauer Straße wieder: „Good Morning in Berlin/ I can’t believe the state I’m in“. Man merkt: Der 39-jährige Brite macht wenig Anstalten, erwachsen zu werden. Zwar lässt sich Argos auch mal in jovialer Manier über einen Krankenhausaufenthalt oder verpasste Chancen aus, wendet sich dann aber wieder dem Partymachen und dem Awkward Breakfast nach einem One-Night-Stand zu und streut dabei mit Vorliebe kleine Popkultur-Referenzen ein. Das hat durchaus Unterhaltungswert, wirkt – ähnlich wie der erneut Comic-hafte Albumtitel – mittlerweile aber auch etwas angestrengt jugendlich. Die Musik gerät neben der augenzwinkernden Rampensau-Persönlichkeit Argos schnell zur Nebensache. Es gibt simplen Mitgröl-Punk, repetitive Post-Punk-Atonalität, eingängigen Power- und beschwingten Jangle-Pop, verziert mit Glockenspiel, Synthie-Spielereien und dem ein oder anderen Gitarrensolo. Doch Argos’ deklamierender Stil funktioniert wie ein Gleichmacher, der jede Variation plattwalzt. Art Brut haben also wieder eine recht launige Party-Platte aufgenommen, aber wir haben eben nicht mehr 2005.

Bewertung: 6/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.