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0 Autor: Stefan Reuter

Kadavar - Live in Copenhagen

Live in Copenhagen

Kadavar spielen sich an einem Winterabend quer durch ihre Diskografie und zeigen, warum ihr Rock längst nicht mehr retro ist.

Zeitlose Musik in einem historischen Gebäude: Der Grundstein für das Pumpehuset im Zentrum Kopenhagens wurde 1856 gelegt, seit 1987 ist das ehemalige Wasserwerk einer der wichtigsten Clubs der dänischen Hauptstadt. Hier zeichnen Kadavar am 9. November 2017 das zweite Live-Album ihrer achtjährigen Karriere auf. Die Frage, wieso die Wahl-Berliner jetzt schon mehr Auftritte offiziell für die Nachwelt festgehalten haben als manch andere Band in ihrer gesamten Laufbahn, erübrigt sich schnell: Erst live entfalten ihre Songs jene Wucht, die selbst die beste Studioaufnahme nicht einfangen kann. "Live In Copenhagen" ist klar, aber nicht steril gemischt. Simon „Dragon“ Bouteloups Bassspiel ist so prominent platziert, wie es sein muss, das Schlagzeug von Christoph „Tiger“ Bartelt sorgt für noch mehr Druck. Christoph „Lupus“ Lindemann singt charismatisch, weil nicht zu perfekt, und zeigt zum Auftakt, wie groß der Refrain von "Skeleton Blues" vom aktuellen Album "Rough Times" wirklich ist. Insgesamt vier Songs der Platte sind hier zu hören, darunter die Highlights "Into The Wormhole" und "Tribulation Nation". Die Setlist ist eine Mischung aus allen Studioalben, mit nur zwei Stücken ist "Abra Kadavar" allerdings am wenigsten vertreten. Dafür fügen sich alle zwölf Songs stimmig zusammen und illustrieren, wie sich das Trio Einflüsse aus dem Hardrock der 70er aneignet und ins Jetzt überführt. "Live In Copenhagen" ist dementsprechend besonders gut geeignet für Einsteiger, die es sich am besten als Bonus-CD in der Tour-Edition von "Rough Times" zulegen.

Leserbewertung: 10.0/12

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