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0 Autor: Jakob Uhlig

Swingin’ Utters - Peace And Love

Peace And Love

„Don’t let the title fool you – this ain’t no hippy shit.“ Man möchte meinen, dass sich bei einer alteingesessenen Punk-Band wie den Swingin’ Utters irgendwann Routine einstellt. "Peace And Love" gelingt aber das Kunststück, sich konträr zum Titel niemals mit sich selbst zufrieden zu geben.

Dabei sollten die Kalifornier mit der mittlerweile zehnten Platte auf dem Buckel eigentlich alle Spielarten ihres Sounds erkundet haben. Trotzdem arbeitet sich das Quintett an zahlreichen bislang unergründeten Einflüssen ab, die die Platte angenehm abwechslungsreich gestalten und im nach wie vor konstant melodischen Punk-Gerüst Unruhe stiften. So erweist sich etwa "Sleeping" als eines der originellsten Stücke des Albums, indem es ein widerspenstig langsames Punk-Mantra inszeniert und dabei die gnadenlos rasanten Genre-Kollegen der Swingin’ Utters’ aufs Korn nimmt. "E.C.T." klingt durch seine Hammondorgel- Untermalung dagegen beinahe wie ein Punk-Gospel und "Deranged" lagert seine schrammelige Gitarrenarbeit in lupenreinen Rock’n’Roll aus. In diesem bunten Katalog darf natürlich auch ein Stück pathetische Menzingers-Melancholie nicht fehlen, und die Band liefert sie wunderschön in einem Song wie "Seeds Of Satisfaction". "Peace And Love" ist dabei ein so herrlich im Gesamtklang funktionierendes Album, weil sich alle Songs trotz hinreichend vorhandener Varianz auf denselben Kanon beziehen. So gnadenlos temporeich wie auf ihren frühen Werken drehen Swingin’ Utters schon seit ein paar Alben nicht mehr auf. Wer die zehnte Platte der Kalifornier gehört hat, hat danach aber sowieso keine Lust mehr auf abgenudelten Punk von der Stange.

Bewertung: 8/12

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