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0 Autor: Gerrit Köppl

Basement - Beside Myself

Beside Myself

Nach dem soften "Promise Everything" bringen Basement wieder Druck und Intensität in ihren Emo-Grunge. Gleichzeitig klingen sie so eingängig wie nie zuvor.

Nach einer mehrjährigen Bandpause machten die Briten 2016 mit "Promise Everything" weiter, das sich vom emotionalen Post-Hardcore mit Grunge-Anleihen weiter Richtung poppigem Alternative bewegte. Das neue Album "Beside Myself" ist bei weitem keine Rückbesinnung auf die 2012er-Platte "Colourmeinkindness". Kein Gebrüll, kein Hardcore-Part, kein dreckiges Alice In Chains-Riffing. Aber die Röhren in Basements Verstärkern glühen wieder. Hinter neuen Songs wie "Nothing Left" und "Slip Away" steckt gewaltige Dringlichkeit mit wuchtigem Gitarrensound-Fundament, und weil die herzerwärmenden Akustikmomente wie "Changing Lanes" auffällig kurz bleiben oder im Fall von "Right Here" ans Ende verschoben werden, geht über die zwölf Songs kaum Momentum verloren. Was Basement ab dem ersten Song "Disconnect" beweisen, der mit typisch flächigen Akkorden loszerrt, ist ihr Feingefühl beim Pop-Punk-Einfluss: Viele Songs, darunter "New Coast" und "Ultraviolet", erinnern an die sonnigsten Ohrwürmer der California-Helden Sugarcult und Phantom Planet, nur etwas gefühlvoller, verletzlicher und weniger glattpoliert als deren College-Radio-Hits. Zum Schluss schippen Basement nochmal Kohle in den Ofen: "Reason For Breathing" lauert mit einem schmutzigen, vertrackten Riff auf, über das man sich die Stimmgewalt eines Chris Cornells wünscht. Die kann Frontmann Andrew Fisher in dieser Form nicht bieten. Doch der Grunge strömt wieder durch Basements Songs und Adern. Mit dem Ende von Balance And Composure kann das Emo-Revival das gut gebrauchen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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