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0 Autor: Markus Hockenbrink

Swearin' - Fall into the Sun

Fall into the Sun

Verliebt, verlobt, verheiratet. Nach dem vorübergehenden Band-Split reaktiviert Allison Crutchfield ihre neue alte Liebe.

Allison ist die Zwillingsschwester von Katie Crutchfield, die unter dem Namen Waxahatchee seit Jahren beständig gute Musik zwischen Wut, Frust und Trotzdem-Machen abliefert. Das Soundbild von Swearin’ kann man sich ganz ähnlich vorstellen, wobei der melodiöse Collegerock ihrer Labelhausband Superchunk hier öfter anklingt. Auch thematisch hat das Trio noch eine Vergangenheit im Rückspiegel, die warme Worte für teilweise befremdliche Gefühle findet. „The best years of our lives were spent in some stranger’s basement“, heißt es im Album-Opener "Big Change", kurz bevor die E-Gitarre loskracht und dem verhaltenen Indierock ein paar ihrer Zähne zeigt. Musik wie diese hat seit circa 1995 kein wirkliches Verfallsdatum mehr, was aber nicht heißt, dass sie inzwischen nicht auch problematisiert wird. „Indie rock is full of privileged white kids“, singt etwa die tolle Jen Cloher auf ihrer jüngsten Platte, „Who else has the luxury to gaze backwards?“, „I feel the same six people speak to the same six people“, antworten Swearin’, denn wenn sie ihren Blick in die Zukunft richten, dann heißt ein Song eben "Future Hell". "Fall Into The Sun" ist trotzdem ein Album für alle, die sich mal wieder an einer Platte festhören wollen, im schäbigen Proberaum eine große Bühne sehen und einen Song einfach deswegen schreiben, weil genau diesen einen bisher noch keiner geschrieben hat. Weder Crutchfield noch ihr Kollege Kyle Gilbride sind starke Sänger, aber irgendwie geht es hier auch darum, dass sie es gar nicht sein müssen.

Bewertung: 8/12

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