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Alice In Chains - Rainier Fog

Rainier Fog

„In unserer Musik geht es darum, Hässliches in etwas Schönes zu verwandeln“ – das sagte Jerry Cantrell vor mehr als 20 Jahren, als Alice In Chains ihren selbstbetitelten, vorläufigen Schwanengesang aufnahmen. Es gilt auch für "Rainier Fog".

Dafür sind sie das erste Mal wieder nach Seattle zurückgekehrt, um ein Album aufzunehmen – im selben Studio wie das letzte Album mit Sänger Layne Staley. Es schließt sich also mit dem nach dem Mount Rainier benannten "Rainier Fog" ein Kreis. Im kraftvollen Titelsong gedenken Alice In Chains noch einmal verstorbenen Freunden und verneigen sich vor der Szene der Stadt, die auch sie ins Rampenlicht spülte. Eröffnet wird das Album mit "The One I Know", einem prototypischen Alice-In-Chains-Song: Das harte Riff der Strophe erinnert vom Sound an "Man In The Box", der Song öffnet sich in einen poppigen Refrain, während in der Bridge, deren ungekrönte Könige Alice In Chains sind, DuVall und Cantrell ihren faszinierenden Harmoniegesang entfalten. Selbst das Ride-Becken, auf dem Sean Kinney den Refrain begleitet, schickt einem wohlige "Dirt"-Schauer über den Rücken. Mehr nach sich selbst klangen Alice In Chains lange nicht mehr. Einen Eindruck, den etwa das semiakustische "Fly", das abgründige "So Far Under", das aus der Feder von DuVall stammt, und das einprägsame "Never Fade" verstärken – das Stück verarbeitet den Verlust von Chris Cornell. Es scheint, als würden Alice In Chains den Tod nicht loswerden, dabei klingen sie mit "Rainier Fog" lebendiger denn je. Wer nach diesem Album weiter der Meinung ist, sie hätten ohne Staley nicht weitermachen sollen, dem kann die Band keine weiteren Argumente mehr liefern – sagt einer, der bislang auch so dachte.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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