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0 Autor: Gerrit Köppl

Muncie Girls - Fixed Ideals

Fixed Ideals

Was eine zweite Gitarre ausmachen kann: Die neuen Songs von Muncie Girls haben so großartige Melodien, dass es unmöglich ist, sich einen Favoriten herauszupicken.

Bandkopf Lande Hekt hat für das zweite Album nicht nur Bass gespielt, sondern zumindest im Studio erstmals eine zweite Gitarre mit ins Spiel gebracht. Das macht die Songs im Vergleich zum ersten Album "From Caplan To Belsize" um so vieles komplexer, dass einem beim Hören des Debüts plötzlich etwas fehlt. Schon darauf hatte Hekt wunderschöne Harmonien zusammengestellt. Doch wenn im Opener von "Fixed Ideals" die zweite Gitarre verspielt um ihre Stimme tänzelt und im Refrain die Akkorde fülliger macht, sehen nach wie vor fantastische Songs wie das ähnlich aufgebaute "Social Side" blass dagegen aus. Die Indiepunks aus Exeter schaffen es, ihr Album trotz grundsätzlicher Einfachheit über 13 Songs hinweg interessant und abwechslungsreich zu halten. Weiterhin spielen auch Hekts Texte eine prägende Rolle für die Musik – und je größer die Songs rüberkommen, desto stärker ist ihre Botschaft. Selbstbewusst und eloquent erzählt sie persönliche Geschichten, etwa von ihren Erfahrungen mit der Behandlung psychischer Erkrankungen, speziell Angstzuständen ("Clinic", "Picture Of Health"), reflektiert ihre Kindheit mit zwei Geschwistern bei einer alleinerziehenden Mutter ("Family Of Four"), rechnet mit ihrem Arschloch-Vater ab ("Jeremy") – und dazwischen reihen sich, wie erwartet, feministische Hymnen wie "Fig Tree" und "Locked Up" aneinander. Es ist schade, dass Muncie Girls mit diesen Songs weiterhin primär in Autonomen Zentren und Jugendhäusern spielen: "Fixed Ideals" ist dafür gemacht, viele Menschen außerhalb dieser Blase anzustecken.

Bewertung: 10/12

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