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0 Autor: Michael Setzer

Jon Spencer - Spencer Sings the Hits!

Spencer Sings the Hits!

Auf seiner ersten Soloplatte hat der New Yorker Styler zumindest die Hände warm: Sein Blues Trash aus der Garage spielt mit beiden Händen am eigenen Sack.

Jon Spencer macht Jon-Spencer-Dinge, weil ein Jon Spencer eben Jon-Spencer-Dinge machen muss. Auf "Spencer Sings The Hits" erledigt er das derart selbstreferenziell, man befürchtet fast, er könne bald von sich in der dritten Person reden. Doch nach Jahrzehnten des Underground-Trash wirkt das „Prinzip Spencer“ allmählich weit vollmundiger als die begleitende Musik. Das war ansatzweise bei den radikalen Pussy Galore und Boss Hog so, bei Blues Explosion und auch bei Heavy Trash – fiebriger Garagen-Rock’n’Roll, auf den dreckigen Kern und unanständige Hüften reduziert. Langsam wird’s allerdings zur Persiflage: "Time 2 Be Bad" schwingt noch ganz vorzüglich, weil Spencer nicht nur zwei Ideen, sondern auch ein Lied mitgebracht hat. Doch in "Overload" fischt er in derart flachen Pfützen, als würde ein Wochenend-Elvis zu "Supermassive Black Hole" von Muse auf dem Lidl-Parkplatz im Gewerbegebiet betrunkene Pärchen verheiraten. Das fiebrige "Hornet" nervt derweil recht unterhaltsam und mit "I Got The Hits" hätte Spencer Mitte der 90er tatsächlich einen kleinen Clubhit landen können. Doch oft genug stolpert er über das eigene Ego und die Annahme, dass sich seit den 90ern nichts geändert hätte. Damals erzählte Spencer den Feuilleton-Punkern und denen, die bei The Cramps nicht richtig aufgepasst hatten, von den schwarzen Wurzeln ihres weißen Underground-Rock’n’Roll. Von den Helden, die kein Konfetti abbekommen hatten. Heute gibt’s Jack White. Und Spencer fordert Lametta für sich selbst ein. Irre Welt.

Bewertung: 5/12

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