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Gorillaz - The Now Now

The Now Now

13 Monate nach "Humanz" gibt es erneut ein Album von Damon Albarn und Jamie Hewlett. "The Now Now" verzichtet dabei weitgehend auf Gäste.

Das war 2010/2011 ähnlich. Da folgte auf "Plastic Beach" elf Monate später "The Fall", diesmal haben sich Albarn und Hewlett etwas mehr Zeit gelassen – was man "The Now Now" anhört. Es ist nicht so skizzenhaft wie "The Fall" und nicht penetrant bemüht, es allen recht zu machen, wie "Humanz". Produziert und geschrieben hat Albarn das Album mit James Ford (Simian Mobile Disco) und Remi Kabaka, als Russell Hobbs schon lange Teil der Gorillaz. Neben Gitarrist George Benson treten nur Snoop Dogg und Jamie Principle als Gäste auf, aber ihre Raps in "Hollywood" sind völlig verzichtbar. Denn in erster Linie ist "The Now Now" ein sonnendurchflutetes Pop-Album, mit saftigen analogen Synthies, lässigen Beats und ganz viel Funk, der etwa aus "Sorcererz" tropft wie Saft aus einer Zitrone, die man mit der Hand auspresst. Eine weitere Parallele zu "The Fall" sind die vielen geographischen Bezüge. Da gibt es Stopps in "Kansas", "Idaho", am "Lake Zurich", in der "Magic City" und eben in "Hollywood". Will man "The Now Now" politisch lesen, stehen Kansas und Idaho für Trumps Kernland, Hollywood gleichermaßen für Widerstand gegen die US-Regierung und die Übergriffigkeit des männlichen Teils der Filmindustrie, Zürich ist dagegen Synonym für die entfesselten Immobilienmärkte und die "Magic City" – nun ja – der Ort, an den wir uns alle wünschen. Denn in erster Linie ist "The Now Now" gelebter Eskapismus, für den Albarn Klischees bedient und doch die richtigen Worte trifft: „Idaho, Idaho/ There’s a beauty on the road/ And everyday I look out of the bus/ The silver linings in the dust“.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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