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1 Autor: Jens Mayer

Hodja - The Flood

The Flood

Tenboi Levinson, F.W. Smolls und Gamiel Stone waren wieder im Studio, um mit ihrem krachig-souligen Garagensound die Essenz des Rock’n’Rolls zu destillieren.

Hodja legen ihre Songs großzügig frei wie ein Holzbildhauer, der die natürlichen Materialen und Stoffe nur so rudimentär wie nötig bearbeitet, um auf diese Weise die eigentliche Schönheit der Substanz nicht zu verleugnen, sondern sie extra zu unterstreichen. Ihren rauen Garage-Blues-Sound bereichern und erweitern sie auf ihrem dritten Album beim mitreißenden "The Sour Taste" mit scheppernd-hymnischem Punkrock oder bei "On And On" und "Never Kneel" mit einer tiefen Verneigung vor coolem Oldschool-HipHop. Über all dem stehen aber immer wieder die großen beschwörend-meditativen Hymnen wie der tolle Titeltrack, "No Karma", "The Void" oder das abschließende "Desperate Souls", deren Intensität und spirituelle Zugkraft die ganz große Stärke des Trios ausmachen. Hodja schaffen auf ihren Alben das, was eine Band wie Mother Tongue vor allem live so mitreißend macht: Sie lassen sich vollkommen auf ihre Songs ein, gehen darin auf, vergessen ihre Umgebung und leben diese puren Rock’n’Roll-Momente. Nur fair, dass sie von ihren Zuhörern die gleiche Aufmerksamkeit erwarten, denn anders funktioniert auch hier das Zusammenspiel nicht. Musik als beiläufige Alltagsuntermalung oder zielgruppenorientiertes Marketinginstrument? Das läuft mit Hodja nicht, denn tatsächlich behandeln sie ihre Kunst wie etwas Heiliges, das es zu beschützen gilt – glücklicherweise ohne dabei fanatisch zu sein. Genau deshalb gelingt es ihnen das zu transportieren, was auch für Musiker hehres Ziel der Kunst sein sollte: Wahrhaftigkeit.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 12.0/12

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Kommentare (1)

Avatar von Yewgenie Betz Yewgenie Betz 22.08.2018 | 15:12

lang erwartet und ein absolut tolles Album !

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