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0 Autor: Christian Wiensgol

Elm Tree Circle - The Good Life

The Good Life

Emorock der jüngeren Schule bedient sich gerne bei Pop-Punk, Grunge und Alternative. Elm Tree Circle empfehlen sich mit ihrem Debüt als Klassenbeste.

Viele haben es noch nicht mitbekommen, aber immerhin ist mit Krod ein kleines Label aus Berlin auf die drei bis vier jungen Typen aus Iserlohn aufmerksam geworden. Und Konzerte haben sie auch schon auf der halben Welt gespielt. Auf denen gibt es am Merch-Stand einen Kaugummiautomaten, der Downloads, Shirts oder CDs ausspuckt. Jedes Los gewinnt – was nicht nur eine nette Idee ist, sondern hervorragend zu "The Good Life" passt. Denn hier steckt unter 14 Songs keine einzige Niete. Stattdessen halten das Songwriting, die Gitarrenarbeit von Hendrik Dyga und der Gesang von Niclas Steinkamp jedem internationalen Vergleich Stand. Was in Anbetracht der "Draw"-EP von 2016 noch erstaunlicher ist. Ein paar der nicht minder guten Songs für das Albumdebüt wiederverwerten? Nicht nötig. Ebenfalls gemeinsam haben EP und Album ein selbstgestaltetes Artwork, das den bandeigenen Humor und die Vorliebe für Zeichentrickfilme offenbart – was auch das schräge "Rick And Morty"-Zitat in "As You Go" erklärt. Keine Frage, die 90er spielen eine große Rolle bei Elm Tree Circle. Trotz der offensichtlichen Wurzeln im Skatepunk dieses Jahrzehnts, ist es vor allem Billy Corgan, der einem bei Steinkamps leichtfüßig zwischen Melancholie und Optimismus wandelnder Stimme in den Sinn kommt. Im Falle des Finales von "Slightly Broken" reicht ihm dafür das Wort „away“. Überhaupt überzeugt "The Good Life" mit seiner Reduktion aufs Wesentliche. Keine Wiederholung, keine Aufnahmespur und kein Pathos zu viel. Nur 14 Punktlandungen.

Bewertung: 9/12

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