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0 Autor: Christina Wenig

Sleep - The Sciences

The Sciences

Lange musste man warten, dann ging alles ganz schnell - Sleep sind zurück.

Überraschend am 20. April digital veröffentlicht, hat das Trio mit seinem Studio-Comeback "The Sciences" mal eben ein neues Monument in die Stoner-Doom-Landschaft gesetzt, das seinen Kultstatus nicht nur untermauert, sondern ausbaut. Dass Matt Pike, Al Cisneros und Jason Roeder das letzte Jahrzehnt primär als Liveband verbracht haben, hat sich bezahlt gemacht: Pikes ausufernde Solos und schwere Riffs, Cisneros schwelender Bass und Mantra-artiger Gesang sowie Roeders markantes Schlagzeugspiel greifen ineinander wie die Zahnräder einer alles zermalmenden Maschine. Die knapp zwei Jahrzehnte, die seit "Jerusalem"/"Dopesmoker" vergangen sind, lassen sich natürlich nicht ignorieren, doch gerade das macht die Band noch stärker. Wer genau hinhört, findet nämlich die besten Aspekte aller Sleep-Nach- und Nebenprojekte wieder: Die spirituelle Tiefe von OM, die Kickass-Attitüde von High On Fire und die abstrakte Erzählweise von Neurosis vereinen sich hier und machen die Band zu einer endgültig unbezwingbaren Kreatur. Wie die Heilige Dreifaltigkeit des Stoner-Metal außerdem verschrobenen Kiffer-Humor mit religiöser Schwere und intergalaktischer Abgehobenheit verbindet, ist bis heute unerreicht. Man muss nur einmal hören, wie Cisneros im Stil eines Hohepriesters über "hashteroid fields" und "Planet Iommia" meditiert (die musikalischen und inhaltlichen Black Sabbath-Referenzen sind zahlreich), und schon ist man dem eigenwilligen Sleep-Charme erlegen. Das Beste: Um diese weitläufigen Klangmonolithen genießen zu können, muss man nicht mal bekifft sein. Grandios ist und bleibt nämlich grandios, egal wie breit man ist.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.0/12

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