Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: André Bosse

Jim James - Uniform Distortion

Uniform Distortion

Statt zu covern, schrieb der My Morning Jacket-Sänger dieses Mal neue Klassiker.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Jim James mit "Tribute To 2" eine Coverplatte, auf der er Songs von Großmeistern wie Bob Dylan oder Brian Wilson in sein verhalltes Freak-Psych-Universum zog und dort behandelte: Die Originale waren noch zu erkennen, führten aber ein Eigenleben. So müssen Coverversionen klingen! Weil seine Band My Morning Jacket pausiert, haut James ein weiteres Soloalbum raus, bei dem er sich gedacht hat: Mache ich es doch einfach anders herum! Also schrieb er eigene Songs und spielte sie so, dass man denken könnte, auch hierbei handele es sich um Interpretationen von Klassikern. "Just A Fool" zum Beispiel klingt nach Jack White, "Out Of Time" nach MC5 oder den Stooges. "You Get To Rome" ist ein fantastischer Glamrock-Song zwischen Status Quo und Slade, den James aber tatsächlich selbst geschrieben hat. Gewöhnungsbedürftig ist der Sound, es gibt Stellen, da klingt "Uniform Distortion" ein wenig muffig, aber dann kommt wie bei "Out Of Time" eine extrem übersteuerte Sologitarre ins Klangbild und haut alle Bedenken weg. Fans von My Morning Jacket finden mit "Throwback" oder "No Secrets" Stücke, die problemlos auf den Alben der mittleren Phase der Band Platz gefunden hätten: Folk-Psychedelia mit großen Hallräumen, geschult an Neil Young und Donovan. Mit "Yes To Everything" folgt ein weiterer Ausbruch, als hätten sich die Cramps von Sonny Bono produzieren lassen. "Over & Over" ist Powerpop, wie ihn Badfinger und die Raspberries in den 70ern gespielt haben, "Good To Be Blue" ein Schleicher im Stil des späten Elvis. Eine Platte wie eine Rock- Revue: unglaublich unterhaltsam.

Bewertung: 9/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.