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0 Autor: Paul Klur

Witch Mountain - Witch Mountain

 Witch Mountain

Vor gut drei Jahren standen Witch Mountain ohne Sängerin da. Als die damals 19-jährige Kayla Dixon sich bewarb, zögerten die Doom-Metaller aus Portland, Oregon keine Sekunde.

Das zahlt sich nun erstmals im Albumformat aus. Dixon kann mit ihrer vollen, angemessen bluesigen Stimme ihre wesentlich ältere Vorgängerin Uta Plotkin nicht nur ersetzen: Sie verleiht Witch Mountains fünfter Platte ganz neue Kraft. Die eher traditionelle, aber atmosphärische Interpretation von Doom Metal ist mit ihrer zurückhaltenden Geschwindigkeit die perfekte Grundlage für die Frontfrau, die musikalisch im Mittelpunkt des Geschehens steht. Schon im eröffnenden "Midnight" zeigt Dixon die große Bandbreite ihrer Stimme. Zwischen tiefen Schreien und kraftvollem, aufgekratztem Gesang offenbart sie viel Seele, Ecken und Kanten. Das passt gut zur erdigen, wenig polierten Produktion und hält die Spannung auch über lange Spielzeiten hoch. Im Kernstück "Burn You Down" bereitet Dixon genau in dem Moment, in dem es langatmig zu werden droht, mit einem emotionalen Ausbruch den Weg für ein donnerndes instrumentales Finale. Mit mehr als 14 Minuten ist nur der Closer "Nighthawk" länger, als die darin verarbeiteten Ideen ihn tragen. Eine willkommene Abwechslung bietet dafür das folkige Hexenhaus-Zwischenspiel "Hellfire", das mit gespenstischem Intro sowie Keyboard und Akustikgitarre einen eigenwilligen Kontrapunkt setzt. Mit etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit und nur vier voll ausgearbeiteten Songs zeigt Witch Mountain noch nicht das ganze Potenzial der neu zusammengesetzten Band, aber ein erster Schritt in eine noch mutigere und experimentierfreudigere Zukunft ist es allemal.

Bewertung: 7/12

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