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0 Autor: Jonas Grabosch

Bullet For My Valentine - Gravity

Gravity

Vor langer Zeit sah es für einen Moment so aus, als seien Bullet For My Valentine die Zukunft des Metal. Heute sind sie eine Gegenwart, aus der man nicht schlau wird. Ihr sechstes Album wagt Neues.

Sollte man sich mal vor Augen führen: Da werden Newcomer aus Wales mit einem einzigen respektablen Song bekannt und schieben eine EP hinterher, die den guten Eindruck sogar noch bestätigt. 14 Jahre ist das jetzt her. 14 Jahre, in denen Bullet For My Valentine die Einlösung des Versprechens "Hand Of Blood" schuldig geblieben sind, angefangen beim Debüt "The Poison", dem nach der Hälfte die Luft ausging, weitergeführt mit den guten, aber keinesfalls großartigen Alben "Scream Aim Fire" und "Fever". Die zitierten eher die großen Heavy- und Thrash-Vorbilder und waren produziert für den Nachwuchs, der zu dem Zeitpunkt auch Bring Me The Horizon entdeckte und sich für die mitkompatiblen, aber doch simplen Texte Matt Tucks begeistern konnte. Es folgten noch zwei Alben, davon zeigte "Venom" die Band zuletzt wütender. Ein Gemütszustand, den Tuck auch auf "Gravity" auslotet: Seine Ehe ging in die Brüche, und so bedrückend das auch sein muss, es setzte doch kreative Säfte frei. Nicht über die gesamte Spielzeit, aber Songs wie "The Very Last Time" oder "Under Again" sind bedacht geschriebene Genrekost, ergänzt um unerwartete elektronische Elemente. An anderer Stelle ("Don’t Need You") ist der Breitwandsound manchmal zu viel, aufgefangen wird er immer wieder durch die kompromisslose Härte der Riffs. Wenn Tuck singt, klingt er wie Doug Robb von Hoobastank, und das ist das Gegenteil einer Kritik. Mit "Gravity" befreien sich Bullet For My Valentine aus einem selbst angelegten Korsett. Respekt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 9.0/12

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