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0 Autor: Florian Zandt

Culture Abuse - Bay Dream

Bay Dream

Wo "Peach" noch nach spitzgefeiltem Garagen-Grunge-Punk klang, lässt "Bay Dream" plötzlich sonnensatte Melodien, Orgel-Einsprengsel und zuckersüße Backings mitspielen. Was ist denn hier passiert?

Zugegeben, ein Umzug in eine andere Stadt kann Veränderungen mit sich bringen. Dass der Umzug von David Kelling – Frontmann und Hauptsongschreiber der Band – von San Francisco nach Los Angeles den Sound des Quintetts derart drastisch beeinflusst, ist allerdings erstaunlich. Die knorpeligknarzigen Gitarren und der punkige Drive kommen auf die Auswechselbank. Stattdessen klingen Culture Abuse jetzt nach Strokes-Indie und Weezer-Alternative, versetzt mit experimentierfreudigem The-Clash-Punk und jeder Menge Ooh-ohs, Ba-bams und Doo-doos. Jede Menge große Namen also, die die DNA von "Bay Dream" ausmachen. Dennoch klingt das zweite Album der Band enorm eigenständig. Die Einflüsse sind so eng ineinander verzahnt und die Songs so straff durch Kellings maximal lässigen Gesang zusammengeschnürt, dass kaum Platz für mögliche Ausrutscher bleibt. "Calm E" etwa ist grungiger Alternative, "Bee Kind To The Bugs" schweißt einen hypnotischen Bass-Groove an quäkende Gitarren und "Dave’s Not Here (I Got The Stuff Man)" marschiert mit Synthies und Schellenkranz geradewegs in Richtung Powerpop. Geschenkt, dass eine kalifornische Band es tendenziell leichter hat, fluffige Sommerlaune in musikalische Häppchen zu verpacken. Dass dieselbe Band es aber etwa in "Dozy" schafft, Garagen-Indie mit Classic-Rock-Solos und Kuhglocke zu verquirlen, ohne dass es käsig klingt, muss ihr erstmal jemand nachmachen. Ein optimales Gute-Laune-Album für erwachsengewordene Hardcore-Kids.

Bewertung: 10/12

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