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0 Autor: Frederik Tebbe

Astpai - True Capacity

True Capacity

Man sagt so etwas nicht gerne über die richtig guten Bands, aber Astpais sechstes Album "True Capacity" ist das bisher überraschungsärmste der Punks aus Wiener Neustadt.

Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber manchmal sind die eigenen Heldentaten die größte Bürde. Die beiden Vorgängeralben "Efforts And Means" und "Burden Calls" waren Szene-Sternstunden des europäischen Punkrock. Denen kann "True Capacity" nun nicht auf Augenhöhe begegnen, weil dem Album die großen Überraschungen fehlen, die Astpais beste Momente bislang ausgemacht haben. Stattdessen sind die zehn neuen Songs schnörkelloser, melodischer Punk – nicht mehr und nicht weniger. Man kann seine Zeit natürlich schlechter verbringen, als sich etwa "Best Years", "No Hero", "Wear And Tear" oder "Falling Trees" anzuhören, aber es fehlt der gewisse Funke, der das Feuer so richtig entfacht: die irren Haken, die die Instrumente gerne geschlagen haben, smart eingesetzte Effekte, spannendes Songwriting. Astpai verzichten diesmal auf den übergroßen Mitsingrefrain, den sie mit "Honest Or Sentimental", "Biting Dogs Don’t Chew" oder "Careers" perfektioniert hatten. "True Capacity" hingegen ist ein recht unscheinbares Album, das einige Anläufe braucht, um den Weg ins Ohr zu finden. An vielen Stellen ist es sehr melodisch, verhältnismäßig ruhig und glatt – und ironischerweise bricht gerade der Titelsong als giftspuckender, dissonanter Hardcore-Brocken mit dem Sound des restlichen Albums und sticht als etwas obskures Experiment daraus hervor. "True Capacity" ist definitiv keine schlechte Platte – aber es ist auch nicht Astpais beste. Da geht mehr. Das haben die Österreicher bereits bewiesen.

Bewertung: 7/12

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