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0 Autor: Carsten Sandkämper

Split Cranium - I’m The Devil And I’m OK

I’m The Devil And I’m OK

Supergroup-Alarm im Luftschutzkeller. Den zweiten Frontalangriff von Split Cranium ohne Schleudertrauma zu überstehen, ist lediglich sporadischen Soundcollagen zu verdanken.

Allerdings muss man den fünf Helden aus Bands wie Converge, Mamiffer, Sumac, Old Man Gloom, Circle und weiteren zugutehalten, was vor sechs Jahren als fast ausschließlicher D-Beat-Noise-Affront geplant war, hat sich im zweiten Anlauf weiterentwickelt. Es geht um das Spannungsfeld zwischen Dissonanz und Melodie, zwischen Eingängigkeit und forderndem Hardcore. Da treffen kosmische Keyboards auf räudiges Riffing, fieses Bellen auf ätherische Chöre. Während sich der Masterplan beim ersten Hören nicht komplett erschließt, gibt das transatlantische Bündnis aus Aaron Turner, Faith Coloccia, Nate Newton, Tomi Leppänen und Jussi Lehtisalo trotzdem alles in puncto Energie, sei es im atemlosen Punk von "Whirling Dusk" und "Death Bed" oder dem durchgedreht melodiösen "The Age Of Embitterment". Die entfesselte Mischung aus erbarmungslosem Hardcore und handlichen Melodiefetzen erinnert an McClusky gefangen im Körper der Baptists, besonders im Chorus der Single "Ingurgitated Liquids". Zerrissen wird der Flow aus Tempo und In-Your-Face-D-Beat von Noise-Soundscapes und düsteren Field Recordings. Das nicht einmal zweiminütige "Pain Of Innocence" ist dabei so etwas wie der avantgardistische Gegenpol zum Rest. Höhepunkt des Albums ist das Titelstück, das in unter vier Minuten die gesamte Platte erklärt, inklusive Ansprache des Teufels höchstpersönlich. So kurz das Album auch ist, es hinterlässt mit seinen rüden musikalischen Springerstiefeln einen tiefen Fußabdruck im Bewusstsein.

Bewertung: 8/12

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