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1 Autor: Stefan Reuter

Jonathan Davis - Black Labyrinth

Black Labyrinth

Wer Korn schätzt, weil er sich von Jonathan Davis verstanden fühlt, wird auch dessen Soloalbum mögen. Enttäuscht wird, wer abseits der emotionalen Härte auch musikalische erwartet.

Wenn der Sänger der Band, die Nu Metal mehr oder weniger erfunden hat, um den Ausgestoßenen eine Stimme zu geben, 25 Jahre später sein erstes Soloalbum veröffentlicht, ist ziemlich offensichtlich, dass er mit dem "Black Labyrinth" des Titels seine eigenen Gedanken meint. Was aber dann doch etwas überrascht, sind die ersten Akkorde von "Underneath My Skin", die Davis’ Liebe zu The Cure eindeutiger ausdrücken als alles, was es mit Ausnahme einiger Coverversionen von Korn je zu hören gab. Wenn dieser geradezu euphorisierende Rocksong vorbei ist, folgt die richtige Belastungsprobe für alle, die auf Metal warten: Davis weiß zwar, dass wir uns das jüngste Gericht selbst eingebrockt haben, aber anstatt zu randalieren, begibt sich Davis für "Final Days" in den Lotussitz, schließt die Augen und lässt in Begleitung von exotischen Instrumenten wie Sitar und Tabla die Welt um sich herum in Flammen aufgehen. So meditativ bleibt "Black Labyrinth" aber nicht, dafür gibt es viel Abwechslung, wobei der Kitsch mit "What It Is" überhandnimmt. Einige der Stücke zwischen Alternative- und Industrial-Rock sind Fans schon länger bekannt, da Davis sie mit einer als „The SFA“ bezeichneten Band von wechselnden Musikern seit vielen Jahren live präsentiert. Dazu gehört "Medicate" mit seinem düsteren Beat und dem noch düstereren Text: „I medicate everyday, to make it go away/ I try too hard/ Trying to make my life count in some way“. Auch wenn Davis solo anders klingt, wird aus ihm keine Frohnatur mehr – und das ist gut so.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 11.0/12

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Kommentare (1)

Avatar von georgeherberttaylor georgeherberttaylor 10.06.2018 | 12:16

Grossartige Platte. Totale Überraschung! Eingängig, stimmig, abwechslungsreich.

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