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0 Autor: Vivien Stellmach

Abay - Love And Distortion

Love And Distortion

Das zweite Album von Abay in drei Worten: emotional, dramatisch, wuchtig.

Wenn Indierock größer und dynamischer wird, ist es oft auch die Band dahinter geworden: Abay, bislang das Zwei-Mann-Projekt von Aydo Abay und Juli-Gitarrist Jonas Pfetzing, sind für ihr zweites Album zum Quartett angewachsen. Während das Debüt "Everything Is Amazing And Nobody Is Happy" 2016 noch wie ein mit Zuckerguss überzogenes Blackmail-Album wirkte, greift "Love And Distortion" mit Schlagzeuger Johannas Juschzak und Bassist Dennis Enyan tiefer: Der Opener "Land Of Silk And Money" beginnt nichtsahnend mit fröhlichen Gitarren und Aydo Abays unverwechselbarer Stimme, nur um dann mit furiosen Melodien und Synthesizern im Post-Hardcore zu wildern. "Plastic" baut eine eigenartig eingängige Dynamik auf, obwohl der Song in den Strophen nur ruhig dahintreibt, und "I Am The Believer" zieht zu treibendem Indierock lässig das Tempo an. In "Gumo" präsentiert sich die Band dann von einer verletzlichen Seite: Die Gitarren schweben im luftleeren Raum, Abay singt wehleidig vor sich hin, und zum Ende hin bricht der Song so zurückhaltend-tragisch aus, dass er an Brand News "Daisy" erinnert. Noch abwechslungsreicher wird das Album durch drei Gastmusiker: Neben Chris Stiller, der alle Tasteninstrumente eingespielt und mitproduziert hat, und Eva Briegel von Juli, die Backing-Vocals singt, spielt Christoph Clöser, Saxofonist von Bohren & Der Club Of Gore, im Song "Lemonade" ein anregendes Solo. Seinen Höhepunkt erreicht "Love And Distortion" aber im letzten Song "In Transit", von dem man sich unbedingt mit guten Kopfhörern auf den Ohren umwerfen lassen sollte.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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