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0 Autor: Christian Wiensgol

No Fun At All - Grit

Grit

Altern im schwedischen Melodycore ist kein leichtes Unterfangen. No Fun At All scheitern mit einem Maximum an Nostalgie und Ideenlosigkeit.

Sie können und wollen nicht anders klingen als vor 25 Jahren. Das geht in ihrem Genre natürlich in Ordnung, birgt aber die Gefahr mit jedem Album und jeder Reunion belangloser zu werden. Bereits "Low Rider" konnte 2008 zwar kurzweilige Erinnerungen an die 90er wachrütteln, den Eindruck eines altersmüden Spätwerks aber nicht abschütteln. Ob eine Auflösung und eine Dekade später noch irgendjemand ein neues Album von No Fun At All braucht, sei dahingestellt. Vielleicht haben ihnen Millencolin gesteckt, dass man das so machen muss, wenn man seit fünf Jahren wiedervereint ist und weiter touren will. Herausgekommen ist mit "Grit" ein mindestens unausgegorenes Album. Wenn der Opener "Spirit" mit Blechdosen-Produktion und Bad-Religion-Riff nach vorne prescht, ist kurzzeitig alles wie 1996, als Schweden sich als Konkurrenz zu Kalifornien präsentierte. Doch wenn Ingemar Janssons Gesang einsetzt, kippt die Sache mit der Nostalgie. Seine Texte und Melodien sind schlicht uninspiriert. Selbst in aggressiveren Momenten, wie dem flotten Zweiminüter "No Fun Intended", wirkt Jansson altersmüde. Da hilft auch kein „hey yeah, yeah, yeah, ye-ah“. Lustloser ist nur das Coverartwork mit altem Logo und altbackenem Photoshop-Effekt. Andererseits: Hässliche Artworks konnten sie auch früher. Aber wo damals ein Pinguin zwischen Säulen stand, steckte ein Dutzend Hits dahinter. Heute laufen fünf Silhouetten auf einer kurvigen Straße ins Nirgendwo, und dahinter stecken etwa fünf okaye Songs und eine Bildinterpretation, die nichts Gutes prophezeit.

Bewertung: 5/12

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