Zur mobilen Seite wechseln

Ecstatic Vision - Under The Influence (EP)

Under The Influence (EP)
  • VÖ: 11.05.2018
  • Label: Heavy Psyche Sounds
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 302

Nichts deutet darauf hin, dass es sich hier um eine Platte aus der Gegenwart handelt: Die Psych-Rocker Ecstatic Vision huldigen ihren Helden – und die sind ziemlich obskur.

Ihre zwei bisherigen Alben waren eine Herausforderung. "Sonic Praise" und "Raw Rock Fury" waren wilde Nonstop-Trips durch die Weiten des psychedelischen Rocks – komplett mit Proto-Punk-Drive, irren Abfahrten und Details wie Saxofon, Flöte und Synthesizer, die schon Hawkwind so trippy gemacht haben. Auf ihrer neuen, sechs Songs starken Cover-EP huldigen Ecstatic Vision den britischen Psych-Overlords gleich zweimal – mit ihren Interpretationen von "Master Of The Universe" und "Born To Go". Da schepperts, rauschts und rappelts im Karton, als wären das hier real existierende Artefakte aus den frühen 70ern. Es ist primitiver Höhlenmenschen-Rock – Troglodyte Rock, wie die Band es selbst beschreibt. Auch den MC5 widmen sie sich mit einem grollenden "Come Together", das vom Live-Debüt "Kick Out The Jams" stammt. Viel interessanter als die genannten Songs sind aber die ersten drei der Platte. Hier widmen sich Ecstatic Vision ihrer Vorliebe für Acid-Rock aus Afrika. "Troublemaker" eröffnet die EP. Der Song stammt von Chrissy Zebby Tembo & Ngozi Family, der schon im Original von 1974 ein geil dumpfer Brecher ist. Ecstatic Vision legen ein paar Pfund drauf. Tembo kommt aus Sambia, den Stil, den er und die Bands seiner Generation spielen, nennt sich Zamrock – und dem zollen Ecstatic Vision auch mit ihren Versionen von Keith Mhlevus "The Bad Will Die" und Amanaz’ "History Of Man Tribut". Das darf man gerne als Rabbithole betrachten, denn wer dafür dank dieser EP Interesse entwickelt, dem steht ein Universum irren, afrikanischen Schepper-Rocks offen.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.