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Pennywise - Never Gonna Die

Never Gonna Die

Eine Punkrock-Band als ihr eigener Motivationstrainer: Pennywise ziehen sich am eigenen Schopf wieder in die Nähe der Cali-Punk-Spitzengruppe.

Die Hürde lag hoch für Stammsänger Jim Lindberg, als er 2103 zur Band zurückkehrte: Ersatzmann Zoltán „Zoli“ Téglás von Ignite hatte sich mit "All Or Nothing" (2012) direkt als neuer Maßstab für ein muskulöses Pennywise-´Spätwerk etabliert. Lindbergs Comeback versuchten Pennywise aufzufangen, indem sie für ihr elftes Album "Yesterdays" (2014) alte Songs ihres 1996 verstorbenen Bassisten Jason Thirsk einspielten – solide, aber auch nicht mit der Kraft wiedervereinter Punk-Kampfgefährten. "Never Gonna Die" strotzt im direkten Vergleich vor Energie: Fast alle 14 Songs rauschen im typischen Punkrock-Galopp vorbei, ein Bad-Religion-Background-Chor jagt den nächsten, Pennywise trimmen sich durchweg auf Hymne. Oft klingen sie dabei nostalgischer als früher: "Never Gonna Die", "Keep On Moving", "Live While You Can", "A Little Hope", "Won’t Give Up The Fight" – schon die Tracklist liest sich wie eine einzige Selbstermutigung, wie sie zu einem alternden Punkrock-Vater wie Lindberg durchaus passt. Nur in wenigen Songs variieren Pennywise das Hochgeschwindigkeitsmantra nennenswert: "Can’t Be Ignored" baut ein Break mit cleaner Gitarre ein, "Can’t Save You Now" stimmt per Trump-Einspieler thematisch ein, und der Punkrock-Schmachter "Goodbye Bad Times" formuliert aus der Knastperspektive heraus seinen Wunsch zurück zur Unschuld näher an Social Distortion. Entscheidend aber ist, wie Pennywise im letzten Song die Fixierung auf persönliche Befindlichkeiten überwinden: "Something New" sehnt entschlossen eine bessere Welt herbei. Fast wie früher.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.3/12

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