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0 Autor: Florian Zandt

Sorority Noise - YNAAYT

YNAAYT

In den gut gelaunten Emo-Indierock-Songs von "You’re Not As ___ As You Think" geht der tieftraurige Grundton von Frontmann Cameron Boucher gerne unter. Die akustische Neubearbeitung des Albums, die der Schwanengesang der jungen Band sein könnte, ballt die ehemals ausgestreckte Hand zu einer Faust, die sich erbarmungslos in die Magengrube bohrt.

Natürlich haben einige Songs in ihrer Urfassung auf dem Vorgänger von "YNAAYT" den gleichen emotionalen Punch wie ihre Neuinterpretationen – die nämlich, die sich ohnehin auf Bouchers elegischen Klagegesang und minimalen Einsatz von Instrumenten beschränken: Der emotionale Closer "Leave The Fan On" etwa, der auf "YNAAYT" dank des Vibrato-Effekts auf Bouchers Stimme und den abgedämpften Pianoklängen noch eindringlicher klingt, oder "First Letter From St. Sean", in dem der Frontmann den Verlust zahlreicher Freunde zu beinahe schmerzhaft schleppendem Besenschlagzeug und melancholischem Fingerpicking verarbeitet. Songs wie "A Better Sun" hingegen ersetzen den ursprünglichen Spannungsbogen aus verzerrten Gitarren und halb geschrienem Gesang durch sanftes Moog-Geklimper und dezente Streicher. "Windowwww", der einzige neue Song der Platte neben einem dahingehauchten Leonard-Cohen-Cover, schlägt in die gleiche Kerbe, klingt durch seine Wohnzimmer-Produktion allerdings noch roher, offener und verwundbarer. Wenn diese eindringliche Melancholie sich genauso in Bouchers Innenleben widerspiegelt, ist es wirklich an der Zeit, eine Bandpause auf unbestimmte Zeit einzulegen und sich auf seine eigene Gesundheit zu konzentrieren. Dieses Album macht den Abschied jedenfalls um einiges leichter.

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