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0 Autor: Gerrit Köppl

The Voidz - Virtue

Virtue

The Voidz bleiben Julian Casablancas’ musikalischer Spielplatz, auf dem er sich austoben kann, ohne ständig mit den Strokes verglichen zu werden.

Dazu hat ihm das gelungene Voidz-Debüt "Tyranny" verholfen, das nur wegen seiner markanten Stimme Ähnlichkeiten mit seiner Hauptband aufwies, musikalisch aber experimentelle Ausflüge in Richtung Psychedelic, Electro und Noiserock wagte. Für "Virtue" hat Casablancas zumindest auf dem Cover zusätzlich seinen Namen aus der Gleichung gestrichen, und das ist gut, denn seine Band glänzt im Verlauf des Albums schöner als er selbst. Der Opener "Leave It In My Dreams" lebt noch stark von Casablancas’ säuselndem Gesang, dahinter versprühen die Voidz sanfte Indie-Sommer-Vibes – experimentell ist hier wenig. Doch schon das darauffolgende "QYURRYUS" bricht damit komplett. Casablancas versucht hier, orientalisch angehauchte Viertelton-Melodien zu singen, flüchtet sich gegen Ende in völlig ausartendes Autotune-Gedudel. Er würde für verrückt erklärt, würde es hier musikalisch mit abgehackten Elektrobeats und sägenden Synthie-Leads nicht so offensichtlich bewusst verfremdend zur Sache gehen – Songtitel wie "ALieNNatioN" buchstabieren das aus. Der wiederum unterstreicht auch Casablancas’ Absicht, mit The Voidz politisch kritische Musik zu machen, aus der aber nichts wird, weil die Inhaltsebene in den Sound-Experimenten seiner Band untergeht. Die musiziert so erfinderisch wie auf Tyranny, mit LoFi-Noise ("Black Hole"), vertracktem Psych ("My Friend The Walls") und seltsamen Cyber-Funk-Auswüchsen ("All Wordz Are Made Up"). Nur greifbare Songs wollen dabei nicht entstehen: Das sich über 15 Jams erstreckende Chaos verflüchtigt sich schnell wieder.

Bewertung: 7/12

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