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0 Autor: André Bosse

Okkervil River - In The Rainbow Rain

In The Rainbow Rain

Nach ihrem Beinahe-Tod entwickelt die Indie-Folkrock-Band aus Texas ein neues Leben mit abseitig-schwülen Liedern.

Auf der vergangenen und exquisiten Platte "Away" (2016) hatte Will Sheff seine Band Okkervil River bereits im Opener "Okkervil River R.I.P." zu Grabe getragen, aber darauf haben die Fans nicht viel gegeben. Sie sind es gewohnt, dass ihr Lieblingssongwriter manchmal mit den Erwartungen spielt und die Positionen wechselt, um zu schauen, was passiert, wenn die eigene Band stirbt. Okkervil River gibt es also noch, aber in komplett neuer Besetzung: Aus Gastmusikern entwickelte sich eine neue feste Besetzung. Und diese Leute hatten Spaß daran, den bekannten Sound der Gruppe umzudeuten. Am besten waren Okkervil River immer dann, wenn sie ihren Folkrock überlebensgroß spielten, als Stadionvariante von Bright Eyes oder wahlweise Springsteen-Adaption für Schüchterne. "In The Rainbow Rain" hat noch solche Momente, die Single "Pulled Up The Ribbon" etwa: Arcade Fire würden viel Kampagnengeld für einen solchen Song bezahlen, der sie wieder in die Spur bringen würde, weg vom ständigen Durchdenken, wieder hin zur großen Geste. Typischer für "In The Rainbow Rain" ist jedoch "Famous Trachetomies", das weltweit erste Lied über Luftröhrenschnitte, in dem Will Sheff seinen eigenen Eingriff, den er als Kind erfuhr, mit denen von Dave Davies von den Kinks und Motown-Sängerin Mary Wells vergleicht. Ins Herz der Platte führen die Lieder gegen Ende, "Shelter Song" und "How It Is" klingen schwüler als alles, was Sheff zuvor aufgenommen hat, der Sound ist süffig, der Beat kommt aus einem alten Prozessor. Nicht das beste Album dieser Band, aber ein guter Neuanfang.

Bewertung: 7/12

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