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0 Autor: Gerrit Köppl

Ash - Islands

Islands

Ash erweitern ihren Songkatalog um mehrere gute Stücke, auf denen sie ihre Stärken ausspielen. Aber insgesamt haben sie sich die Suppe mit einigen Ausreißern zum Fremdschämen versalzen.

Eigentlich, möchte man meinen, hatten die Nordiren mit dem tollen Album-Comeback "Kablammo" von 2015 ihre fragwürdige „Alben sind altmodisch, wir veröffentlichen jetzt nur noch Singles“-Phase überwunden. Doch "Islands" klingt wieder wie eine Aneinanderreihung zurückgehaltener Singles, die wegen ihrer eklatanten Qualitätsunterschiede nicht zusammenpassen wollen. Das schlimmste Beispiel dafür: "Confessions In The Pool" ist wirklich unerträglich mit seinem simplen Schunkel-Beat und einer derart nervtötenden Melodie, dass man sich stattdessen einen Ohrwurm von "Schnappi, das kleine Krokodil" an dessen Stelle wünscht – auch, weil dieser Höllenhit den gehaltvolleren Text hat. Nicht ganz so schlimm, aber trotzdem daneben sind Tim Wheelers offensichtliche Versuche, jetzt auf Post-Punk-Revival zu machen, wie in "Did Your Love Burn Out?", oder die aufdringlich-anschmiegsamen Balladen "Don’t Need Your Love" und "It’s A Trap". Ein kompletter Reinfall ist "Islands" dennoch nicht: Der verspielte Power-Pop-Rocker "Buzzkill" hätte gut auf Ashs Meisterwerk "Free Your Angels" gepasst, auch "Annabel" mit seinem ernsteren Grundton hat alle Merkmale eines richtig guten Ash-Songs, mit denen sie ihrem US-Pendant Weezer immer Konkurrenz machen konnten. Simples, aber absolut tightes Songwriting mit kratzigem Meltdown-Flair, die unverändert sonnige Stimme von Wheeler und seine makellosen Gitarrenleads findet man auch auf "Islands" – nur ist daraus diesmal nichts Zusammenhängendes entstanden.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 8.0/12

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