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The Shell Corporation - Fucked

Fucked
  • VÖ: 02.03.2018
  • Label: Gunner/Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 301

Soll man sich nun freuen, dass die Trump-Ära neue US-Politpunk-Highlights wie diese Platte provoziert? Oder zürnen ob der Schlechtigkeiten, gegen die The Shell Corporation hier in 30 hymnischen Minuten wettern?

Während im Opener "Kumbaya" eine Spoken-Word-Einlage noch sarkastisch Klischeesätze rund um den Rechtspopulismus wiederkäut, bricht der Widerstandsgeist schon zu explosivem Punkrock aus der Band heraus: „This is not a drill/ This is do or die. […] This not the time for making nice/ For going along or compromise“. "Fucked" klingt dem Weltgeist entsprechend düsterer als der Vorgänger "Mandrake" (2014) – jeder Song ist eine neue Anklage im Stil von Anti-Flag & Co., die keine Zeit zu verlieren hat und in flammendem Protestpunk oft deutlich unter drei Minuten das Übel einkreist. The Shell Corporation pflegen dabei meist melodische Background-Chöre wie Bad Religion, in "Make It Rain" springen sie zum Refrain hin wie Rise Against in Richtung Hymne ab, stoßen aber dank der grimmigeren Produktion und der Raspelstimme von Sänger Jan Quixote eher ans Garagendach als an die Hallendecke. Und auch zackig geschlagene Haken in den Songs und der dezente Metal/Hardcore-Einschlag wie bei Propagandhi verleihen ihrer kritischen Haltung Kante. Später umarmt die Band für "Fighting For" auch den Pop-Punk als Waffenbruder, und der "Von Braun Waltz" erklingt tatsächlich im Dreivierteltakt. In der zweiten Albumhälfte nehmen Tempo und Dynamik leicht ab, "Fucked" verliert dadurch ein wenig das Zwingende – bleibt aber kompromissloser, mitreißender, melodieverliebter Gerechte-Welt-Punk. Zu dessen Texten man eher die Faust ballt als ein Lächeln aufzulegen, denn: „Not funny ’cause it’s true.“

Bewertung: 8/12

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