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0 Autor: Juliane Kehr

Heads - Collider

Collider

Es ist alles wie immer: Ed Frasers Stimme, der hämmernde Bass, die Noise-Gitarren, trotzdem schaffen es Heads, dem Sound ihres zweiten Albums genug Breite zu verleihen, um zusätzliche Zwischentöne hörbar zu machen.

Trat das Trio auf seinem Debüt "Heads." von 2015 mit Dampframmen-Bass und rau-forderndem Gesang eindrucksvoll die Tür ein, ohne vorher zu klopfen, geht "At The Coast", der Opener von "Collider", behutsamer vor: Zwei sich vorsichtig umtänzelnde Gitarrentöne bereiten den Weg und legen eine Fährte Richtung Post-Punk. Es folgt Frasers schaurig schöner Gesang, ganz ruhig diesmal, kein Stück aufgekratzt, sondern berichtend. Erst danach ist sie da, die verzerrte Bassmaschine, die Heads ohne Unterlass antreibt. Aber auch sie geht beinahe behutsam zu Werke, als wollte sie sagen: „Hey, drei Jahre sind eine lange Zeit, kommt doch erstmal rein, setzt euch, wollt ihr was trinken?“. Auch die folgenden Songs "Urges" und "Last Gasp Shout" überzeugen mit dieser ausgeprägten Erzählmentalität und Ruhe. Mit "Smile" und "Wolves At The Door" ist die vornehme Zurückhaltung allerdings vorbei. Frasers Stimme nimmt an Empörung und Kratzigkeit zu, die Gitarren werden zu Noise-Brettern und die bereits bekannte hypnotische Schwere setzt ein, nur um von "To Call And Let Ring" maximal aufgerüttelt zu werden. Gänsehaut durch und durch bringt der bluesige, nur durch Gesang und eine Akustikgitarre getragene Titeltrack, der in den beeindruckenden Noise-Ausbruch des abschließenden "Youth" inklusive mäandernder Saxofone mündet. Streckenweise sind Heads ein bisschen ruhiger geworden, doch die neu gewonnene Balance zwischen Besonnenheit und Eskalation steht ihnen gut.

Bewertung: 9/12

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