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0 Autor: Britta Helm

Hop Along - Bark Your Head Off, Dog

Bark Your Head Off, Dog

Zum dritten Album bleiben Hop Along die Emopop-Band, die man am ehesten auf Kindergärten loslassen würde. Aber wie bekommt man Frances Quinlan da dann wieder weg?

Es scheint, als fielen der Sängerin und Gitarristin zu jeder Veröffentlichung neue Ecken ein, in die sie ihre Stimme drehen könnte, vom atemlosen Murmeln zur loungigen Eleganz und dann über drei Loopings weiter zur angekrächzten Emo-Röhre. Wer so singt, kann auch jedes sprechende Tier in jedem Bilderbuch zum Leben erwecken und damit noch die aufgedrehtesten Vierjährigen zum Stillsitzen bekommen. „How simple my heart can be frightens me“, stellt Quinlan gleich zu Beginn des Albums fest, nur um dann zu zeigen, dass ihre Herzenssongs alles andere als schlicht sind. "Bark Your Head Off, Dog" reicht von unmittelbaren Akustikgitarren, die in Catatonia-ähnliche Feierlichkeiten ausbrechen, bis zu merkwürdig verschachtelten Lemuria-Reminiszenzen mit Lichterkette; an einer besonders groovigen Stelle jauchzt Quinlan wie Jenny Lewis in ihren bittersüßen Momenten, an einer anderen pfeift sie, und überhaupt gibt es ganz schön viele Streicher für so eine kleine Indieband. Der größte Diss des Albums ist mit dem Titel erledigt, die Spitzen stecken in der Musik. Hop Along lassen Geigen im Laufschritt hinter sich herrennen, um dann blitzschnell in eine hohle Gasse abzubiegen. Sie brechen einen schwungvollen Indierock-Ausbruch ab und überlassen den Rest einem Gitarrensolo. Oder sie schicken Chrissy Tashjian von Thin Lips mit Extra-Gesangsmikro in die Abstellkammer. Wie hörbar so verdrehter Indiepop auf Dauer ist? „Don’t worry“, singt Quinlan da, „we’ll both find out, just not together.“

Bewertung: 8/12

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