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0 Autor: André Bosse

The Sea And Cake - Any Day

Any Day

Die sanfteste Versuchung des Post-Rock bleibt sich und ihrem Niveau treu.

"Any Day" ist das elfte Album von The Sea And Cake – gibt es Leute da draußen, die alle elf aufzählen können? Selbst Fans werden sich damit schwertun, denn The Sea And Cake sind keine Band, die Alben als Meilensteine ihrer Karriere nutzt. Die Gruppe aus Chicago ist eher ein Phänomen, um dessen beruhigende Existenz man weiß. Wenn dann alle Jubeljahre ein neues Album erscheint, wird vor allem diese Ruhe bestätigt – die Adrenalinausschüttung ist entsprechen begrenzt. Was aber, wenn The Sea And Cake eines Tages nicht mehr da sein sollten? Der Indiewelt würde dieser einmalige Sound fehlen, der sich zu gleichen Teilen aus Post-Rock, Jazz und Pop zusammensetzt – und der so federleicht klingt, dass unsere trübselige und gefährliche Welt für die Dauer dieser 45-Minuten-Werke als besserer Ort erscheint. Auf dem neuen Album ist der Titelsong ein Beispiel für diese Wirkung: Die Band klingt mit Bossanova-Einschlag akustischer als üblich, damit noch frühsommerlicher. Sänger Sam Prekop besitzt weiterhin diese leise, hohe, sanfte Stimme, bei der niemand an den Frontmann einer Rockband denkt, eher an einen singenden Bienenforscher. Zuletzt hatten sich The Sea And Cake bei der Entwicklung ihrer Songs stärker dem Computer gewidmet, sie wirkten nicht weniger schön, aber statischer. "Any Day" klingt wieder mehr nach Proberaum, was damit zu tun hat, dass Bassist Eric Claridge die Band verlassen hat und sich der Rest als Reaktion darauf neu zusammenfinden wollte. Stücke wie "I Should Care" oder "Day Moon" klingen sogar ein wenig nach Rock. Aber wenn, dann bitte ganz, ganz sanft.

Bewertung: 9/12

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