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0 Autor: Christian Wiensgol

Ondt Blod - Natur

Natur

Der spannende Ansatz der Norweger Ondt Blod verschwindet hinter einem geradezu absurden Mix aus giftigem Hardcore und zuckersüßem Pop-Punk.

Neben hedonistischem Hochmut soll es auf Natur vor allem um die Unterdrückung der Sami gehen, des indigenen Volks im nördlichen Skandinavien. Wer nicht des Norwegischen mächtig ist, bekommt davon nur wenig mit. Das Intro klingt nach Ethno, und was am Ende des letzten Songs "Giron" mithilfe einer samischen Popsängerin passiert, ist wohl die traditionelle Gesangsform Joik. Auch ohne inhaltlich mitzukommen, könnte natürlich die Musik als universelle Sprache dem Anliegen von Ondt Blod Nachdruck verleihen. Aber hier liegt der Haken, der auf ihrem zweiten Album in Form von geradezu klischeehaft eingängigen Pop-Punk-Hooks daherkommt. Das Seltsame daran: Sie sind eingebettet in metallischen Hardcore mit maximal angepissten Strophen. Mindestens die Hälfte der Songs funktioniert nach dem gleichen Schema. Der größte Ausreißer ist mit "Andre Liv" ausgerechnet ein extrem eingängiger und lupenreiner Pop-Punk-Hit, der an Blink-182 und Jimmy Eat World zu ihren lukrativsten Zeiten erinnert und mit Metal und Hardcore nichts am Hut hat. Befremdlich wirkt die Mischung nicht nur, weil man so sonnige Melodien aus Norwegen nicht gewohnt ist, sondern vor allem, weil das Wechselspiel aus Zuckerbrot und Peitsche längst überholt ist. Selbst Killswitch Engage oder From Autumn To Ashes hätten ihre melodischen Parts damals nicht mit einem Schellenkranz angereichert. Nach einem Black-Metal-Gewitter oder einer Turbonegro-mäßigen Peitsche scheint doch niemandem die Sonne aus dem Allerwertesten – Arschrakete hin oder her.

Bewertung: 5/12

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