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Sunflower Bean - Twentytwo In Blue

Twentytwo In Blue
  • VÖ: 23.03.2018
  • Label: Lucky Number/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 301

Das Trio ist volljährig, hat den Krachfaktor heruntergeschraubt und bastelt an einer Art Indie-Version von Fleetwood Mac.

Bassistin, Sängerin und international gefragtes Model Julia Cumming, Schlagzeuger Jacob Faber und Gitarrist und Sänger Nick Kivlen sind jetzt alle 22 Jahre alt – und haben ein bluesiges Gemüt, deshalb: "Twentytwo In Blue". Das zweite Album der New Yorker erscheint fast genau zwei Jahre und zwei Monate nach dem Debüt "Human Ceremony". Damit – und mit den teils schön krachigen Singles sowie einer Cover-EP – etablierten sich Sunflower Bean als ernstzunehmende, spielfreudige, stilbewusste Indierock-Band, die wesentlich mehr zu bieten hat als das Gesicht ihrer Bassistin auf dem Cover der Vogue. "Twentytwo In Blue" ist ein wechselhaftes Album, das nach einem lauten, glamrockigen Song immer zwei ruhige, indiepoppige folgen lässt. "I Was A Fool" und dessen B-Seite "Crisis Fest" wurden vorab als Seven-Inch veröffentlicht. Letzterer bezieht sich auf das von Krisen bestimmte Jahr 2017: „We know/ Reality’s one big sick show/ Every day’s a crisis fest“. Diese Problematik hat man auch mit Anfang 20 verinnerlicht. In saubere Bahnen gelenkt haben die Platte Co-Produzent Jacob Portrait, Teil des Unknown Mortal Orchestra, und Matt Molnar, der schon das Debüt betreute. Auf dem waren Songs, die das Trio während seiner Teenager-Zeit geschrieben hatte, an den Songs zum neuen Album hat die Band zwischen Dezember 2016 und Dezember 2017 gearbeitet. Das verträumte "Any Way You Like" sagt Slowdive und Doo-Wop hallo, Burn It und "Puppet Strings" verbeugen sich vor T. Rex und vieles dazwischen erinnert an den Gitarrenpop der Spät-70er Fleetwood Mac. Herzerwärmend.

Bewertung: 8/12

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