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Earthless - Black Heaven

Black Heaven

Weg von enorm ausschweifenden Space-Jams hin zu konturierten Songs: Die Vorreiter der San-Diego-Jam-Rock-Szene fassen sich kurz.

Als Earthless 2005 ihr erstes Album "Sonic Prayer" aufnehmen, da bannen sie zwei ausschweifend lange Songs auf Band – je knapp über 20 Minuten. Zwei Jahre später wiederholen das für "Rhythms For A Cosmic Sky" – und legen mit dem Groundhogs-Cover "Cherry Red" den Beweis dazu, dass Isaiah Mitchell nicht nur ein begnadeter Gitarrist ist, sondern auch singen kann. Eine Tatsache, die Earthless für "From The Ages" 2013 wieder ignorieren, aber einen 30-minütigen Song aufnehmen. Das Singen hebt sich Mitchell für seine andere Band "Golden Void" auf. Doch: Bei denen hapert es am Rockappeal, an den Muskeln, mit denen Earthless austeilen – was auch an Superschlagzeuger Mario Rubalcaba liegt. Er liefert das Fundament zusammen mit Bassist Mike Eginton, auf dem Mitchell seine Schwingen ausbreiten kann. Auf "Black Heaven" ist das präziser als bisher. Die Produktion ist vollmundig, ausgetüftelt, die Songs mehr als endlose, improvisierte Solos. "Gifted By The Wind" wirkt wie ein Überbleibsel von der Silvesterfeier der Band Of Gypsys. "End To End" ist mit knapp über fünf Minuten fast das kürzeste Stück – und braucht fast zwei Minuten, um in Gang zu kommen. So kurz ist die rasante Kapriole "Volt Rush". Der Rest sind drei Achtminüter, die zwischen Geriffe, Gegniedel und Gegroove auch immer wieder Gesang enthalten. Es sind Jams mit Song-Charakter, mit Anfang und Ende – so wie in "A Sudden End", das gar nicht so plötzlich kommt, sondern langsam im Effektnebel ausfadet. Erleben muss man das hier vor allen Dingen live – mit allem Wumms und Wahnwitz.

Bewertung: 8/12

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