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0 Autor: Gerrit Köppl

Criminal Body - Criminal Body

Criminal Body

Jungbluth sind tot, es leben Criminal Body: Die Münsteraner Hardcore-Band macht unter neuem Namen pechschwarzen Post-Punk, der nicht weniger böse brodelt.

Im Oktober teilen die drei Bandmitglieder mit, dass sie das Kapitel Jungbluth abgeschlossen haben, aber schon am nächsten schreiben. Seit Anfang des Jahres hat es einen Namen, die neue Musik soll aber schon vorher entstanden sein – und wegen ihrer neuen Form zur Bandtransformation geführt haben. Die erste schaurige Minute des Debüts "Criminal Body" hätte bei Jungbluth noch als Intro funktioniert, dann schlägt das Trio mit starrem Midtempo-Beat und hauchenden Chorstimmen einen Weg ein, den Depeche Mode höchstpersönlich gepflastert haben. Effektgetränkte Gitarren füllen wie Orgeln die Kathedrale, in der Criminal Body, dem vielen Hall nach zu urteilen, den Opener "Pouring Love" aufgenommen haben. Mit "Sodium Lights" wird das Schlagzeugspiel zackiger, zur rhythmischen Hektik kann man sich Ian Curtis tanzend vorstellen. Die Gitarre flimmert weiter im Hintergrund, scheppernde Basslinien drängen dafür nach vorne und leiten ins langsame "Days Of Future Past" über, mit dem das Mini-Album nach rund zwölf Minuten schon zur Hälfte vorüber ist. Das ist zunächst schade, dann legen Criminal Body aber richtig los und entführen auf den Post-Punk-Friedhof, erforschen dort düstere Sounds, die knarzen wie die Dielen eines Geisterhauses, und hexen aufreibende Melodien, die einem kalt den Rücken runterlaufen. Das Ende der Platte klingt erst unpassend erhaben, doch dann sorgen Glitches und Störgeräusche für aufregendes Unbehagen – und lassen verheißungsvoll auf die nächste Dämonenbeschwörung hoffen.

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