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0 Autor: Gerrit Köppl

Moaning - Moaning

Moaning

Die Sub-Pop-Neuzugänge Moaning schmollen auf ihrem Debüt ganz schön. Dahinter steckt aber eine Menge Antriebskraft.

„We’re the same/ Everything outside has changed“ – Gitarrist und Sänger Sean Solomon fasst in "The Same" zusammen, woher die ganze Verunsicherung kommt, die ihn so schüchtern, vorsichtig und zurückhaltend klingen lässt. Die Welt ist gerade aber auch ein komischer Ort. "Tired", "Useless" und "Artificial" sind bezeichnende Songtitel für die Grundstimmung, die Moanings Debüt versprüht: Überforderung, Desillusionierung, zu wenig Menschlichkeit. Trotzdem zieht die Platte einen nicht runter. Das Trio aus Los Angeles unterfüttert Solomons Texte mit pulsierendem Post-Punk, bereits der Opener "Don’t Go" prescht mit viel Tempo voran. Verhallte Indie-Gitarren und ein satt verzerrter Bass ergeben eine dröhnende Einheit, die sich in den Vordergrund schiebt, dazu energisches Schlagzeugspiel, das im späteren Verlauf des Songs immer krachiger wird. Plötzlich klingt Solomon gar nicht mehr so antriebslos und verzweifelt: Rein instrumental verschafft die Band den negativen Schwingungen kräftige Dringlichkeit, macht aus passivem Murren aktives Aufbegehren. Mit "Close" und "Tired" erforschen Moaning etwas ruhigere, sphärische Klangwelten mit Synthiezusatz, doch die besten Momente sind die, in denen sie ihren Post-Punk mit aufreibendem Noiserock versetzen, wie in "Somewhere In There" oder "Useless", wo das Feedback buchstäblich für Rausch(en) sorgt. Dazu kommen starke Hooklines und viele produktionstechnische Details wie vereinzelte Handclaps, Echos, elektronische Schlagzeugsounds und verfremdende Stimmeffekte. Starker Sound für eine Band, die ihre Wurzeln in der DIY-Szene hat.

Bewertung: 8/12

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