Monster Magnet - Mindfucker

Mindfucker

Zuletzt hatten Dave Wyndorf & Co. sich ausgiebig ihren Psychrock-Einflüssen gewidmet, ihre neue Platte tritt wieder mehr aufs Gas: Protopunk und Bikerrock sind der Treibstoff für "Mindfucker".

Nach den halluzinogenen Neuinterpretationen ihrer beiden Studioalben "Last Patrol" (2013) und "Mastermind" (2010) wenden sich Monster Magnet mit der neuen Platte erneut ihrer neben dopen Dampfwalzen dritten großen Stärke zu: breitbeinigem Stoner-Hardrock mit Gott-Komplex, der die Stooges, MC5 und Motörhead ebenso im Blut hat wie die großen Rock'n'Roller aller Dekaden. "Mindfucker" ist damit ein Bruder im Geiste von Platten wie "Monolithic Baby!", "4-Way Diablo" und natürlich besonders "Powertrip". Dessen Titeltrack spendet dem neuen Song "Soul" auch gleich das Riff und den Gniedelsolo-Exzess am Schluss, denn: Neu ist hier nichts. Nicht, wie unverändert geil Wyndorf ständig das Wort "Baby" verbal massiert. Nicht, wie in "I'm God" die Gitarren in der Strophe wabern und dann im Refrain in muskulösen Stoner Rock verfallen, während der Frontmann sich für die Größenwahn-Erzählung hergibt. Und auch nicht, dass Monster Magnet in guter Tradition wieder ein Tribute-Cover einschieben: "Ejection", ein Solosong von Hawkwind-Sänger Robert Calvert, entpuppt sich dabei als erstaunlich geradlinige Würdigung eines der größten Einflüsse der Band. Insgesamt fällt auf, dass manche Songs wie Want Some, das rock'n'rollig-psychedelische "Brainwashed" oder die Stooges-Verbeugung "All Day Midnight" für Bandverhältnisse fast relaxt klingen. Und die Stimme des 61-jährigen Wyndorf wurde verdächtig tief im Mix vergraben. Auch Lords of Cool altern eben. Im Fall von Monster Magnet in Kraft und Würde.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.5/12

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