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0 Autor: Gerrit Köppl

Great Collapse - Neither Washington Nor Moscow... Again

Neither Washington Nor Moscow... Again

Es reicht! Great Collapse haben auf ihrem zweiten Album keine Zeit zu verlieren im Kampf gegen dumpfe Ressentiments.

Als Great Collapse 2015 ihr Debüt veröffentlichten, war die Welt zwar nicht in Ordnung, dass jemand wie Trump Präsident werden könnte, hätten trotzdem viele stirnrunzelnd für unmöglich gehalten. Die Dämme, die den Anti-Intellektualismus aufgehalten haben, sind jetzt gebrochen – und da will Strike-Anywhere-Sänger Thomas Barnett dagegenhalten. Er hat keine Zeit für ausgeklügelte Metaphern oder poetische Parabeln, um Menschen einfühlsam zum Kampf für mehr Gerechtigkeit zu erziehen. „Listen nazis never again!“, zitiert die Band als Kollektiv stürmisch aus Poison Ideas "Discontent" und mobilisiert danach den Widerstand gegen Ultrakonservative, Alt-Right und alles andere, was droht, eine pluralistische Gesellschaft zu verhindern, mit sehr direkten Worten. Barnett macht das überraschend eloquent und pointiert, mit unglaublichem Elan und Feuer. Und verzichtet dabei gekonnt auf Plattitüden, die bei gut gemeintem Politpunk für Gähnen sorgen. Das einzige, was man Great Collapse als Supergroup mit Mitgliedern von Set Your Goals, Death By Stereo, Rise Against und Strike Anywhere vorwerfen kann, ist, dass "Neither Washington Nor Moscow... Again" mehr nach einem neuen Strike-Anywhere-Album klingt als nach der zweiten Great-Collapse-Platte – gerade mit Songs wie "Who Makes", "Meltdown!" und "Forest For The Trees", die stimmungsvoll direkt an Strike Anyhweres bislang letztes Werk "Iron Front" (2009) anknüpfen. Da ist ein Nachfolger aber ohnehin überfällig. Für Barnett spielt das wahrscheinlich gar keine Rolle – man spürt, dass ihm nichts wichtiger ist als die Message.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.0/12

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